Damit die Eltern wieder arbeiten gehen können

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Auf Wahlkampftour und zu Besuch in „Potz Blitz“: Bundestagsabgeordnete Uta Zapf (links) lobte die zeitliche Flexibilität der neuen Kindertagesstätte.

Offenbach - Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine der größten Herausforderungen im Alltagsleben von vielen Eltern. Angesichts variierender Arbeitszeiten können Arbeit und Kinder oft nur mit großer Mühe und mit Hilfe von Freunden, Großeltern oder anderen Verwandten in Einklang gebracht werden. Von Damir Suker

In Offenbach gibt es inzwischen allerdings eine weitere Hilfe: die Kindertagesstätte „Potz Blitz“ an der Domstraße 80. Die neue Einrichtung ist ein Projekt der örtlichen Starthaus GmbH, die seit 2006 mit innovativer Pädagogik neue Wege sucht, um Bildung und Arbeit möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.

Seit Anfang dieses Jahres unterstützt die Kindertagesstätte mit ihrer flexiblen Betreuung - außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Kita und Hort - Eltern bei der Koordinierung von Arbeits- und Familienzeit. Vier weibliche und ein männlicher Erzieher kümmern sich um die 34 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs Monaten und zwölf Jahren. Die Kosten, die pro Platz unter 200 Euro liegen, trägt in 22 Fällen die Mainarbeit GmbH, eine Arbeitsgemeinschaft der Stadt und der Bundesagentur für Arbeit in Offenbach. Auf diese Weise hilft die Stadt Eltern beim Einstieg oder Wiedereinstieg in das Berufsleben.

Vor allem erwerbslosen, alleinerziehenden Müttern oder Vätern, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, wird so ermöglicht, auch Jobs mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten anzunehmen. Häufig sind diese Tätigkeiten nicht mit den Öffnungszeiten der meisten Kitas zu vereinbaren.

Bei der Kindertagesstätte „Potz Blitz“ ist das anders. Knapp zehn Stunden am Tag ist die Kita regulär geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten richten sich nach dem Bedarf der Familien und nicht andersrum. Die Betreuung während der sogenannten Randzeiten ab 6 und bis 22 Uhr übernehmen ausgebildete Tagesmütter oder Kinderfrauen.

Die Frauen sind oft ältere Arbeitssuchende, die nach einer entsprechenden Schulung die Möglichkeit erhalten, selbst aus der Erwerbslosigkeit zu treten. Die Obhut findet entweder in den Räumen der Einrichtung oder im Zuhause des Kindes statt. „Unser Ziel ist es, eine Kinderbetreuung anzubieten, die nicht nur den individuellen Bedürfnissen berufstätiger Eltern angepasst ist, sondern die gleichzeitig den Bedürfnissen und dem Wohl der zu betreuenden Kindern gerecht wird.“, erklärt Albert Braunstein der Projektleiter, ein Pädagoge mit jahrelanger Berufserfahrung.

Für unvorhergesehene Situationen, bei Krankheit der Betreuungspersonen, Überstunden, Arztterminen und sonstigen Fällen, in denen Eltern kurzfristige Hilfe benötigen, hat „Potz Blitz“ ein Notfallbetreuungssystem.

Seit zwei Monaten nutzen die Eltern des fünfjährigen Subhan diesen Notplatz. Sie sind überglücklich, den Platz kurzfristig bekommen zu haben, da so die Mutter wieder arbeiten kann. Nicht nur sie ist glücklich: „Ich mag es hier und bin traurig, weil ich bald in einen anderen Kindergarten komme“, sagt ihr Sohn. Sein Beispiel zeigt, dass der Notplatz nicht nur die Familien entlastet, sondern in erster Linie hochwertige Kinderbetreuung ist.

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