Bahnsprecher verspricht Abhilfe

Damm als Schandfleck

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Großes Loch im bereits geflickten Mauerwerk: Der Bahndamm hat bessere Tage gesehen – selbst an der Feldstraße.

Offenbach - Unsere Leserin Erika Kosch steht sicher nicht allein mit ihrer Beobachtung: „Die Mauer stellt meiner Meinung nach eine Gefahr für die Fußgänger dar.“ Sie meint nicht irgendeine Mauer, sondern den Bahndamm, der auf etlichen Kilometern Offenbach durchschneidet.

An der Feldstraße (etwa in Höhe Blücherstraße) hat sie nicht nur ein Gefahrenpotenzial, sondern obendrein einen echten Schandfleck ausgemacht. „Das Bahn-Grundstück verwahrlost.“ Ein Bahnsprecher verspricht nach Anruf der Redaktion Abhilfe.

Die Anwohnerin wurde mit dem Schmuddeldamm nach eigenem Bekunden vor gut zwei Jahren bei der Stadt vorstellig. Die verwies auf die Zuständigkeit der Bahn; hinter vorgehaltener Hand ist indes eine gewisse Ohnmacht bei städtischen Bediensteten herauszuhören: „Bis sie da jemanden finden, der zuständig ist, vergehen Wochen.“ Etwas rascher geht’s über die Pressestelle der Bahn. Der beanstandete Abschnitt gehört zur Fläche der stillgelegten Gleise oberhalb der Böschung. „Erst im vergangenen Jahr wurde die Böschung durch die Deutsche Bahn von Unrat befreit“, sagt Sprecher Torsten Sälinger. Derzeit liege keine Beschwerde oder gar Aufforderung der Stadt vor.

„Werden Müllbeseitigung vornehmen“

Sälinger verspricht aber: „Wir werden, wenn nötig zeitnah, eine erneute Müllbeseitigung vornehmen. Ebenfalls werden wir durch unsere Instandsetzung den Schaden an der Mauer beurteilen lassen sowie die zuständige Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG zur Schadensbehebung auffordern.“

Nicht zu klären ist bislang: Was passiert mit dem Bau an der Ecke Flutstraße (zugemauerte Fenster, verrostete Türen)? Was ebenfalls irritiert: An einem anderen Abschnitt fehlen zwei komplette Mauerelemente – an der Marienstraße gegenüber der Post. Dort hat ein türkischer Kulturverein die ehemalige Bahn-Materialprüfstelle vor einigen Jahren erworben und bezogen. Mit diesem Verkauf sei ein großes Areal, auf dem die Mauer steht, mit veräußert worden. „Die fehlenden zwei Mauerteile bilden die Zufahrt zu einem Parkplatz. Der Parkplatz ist durch einen Gestattungsvertrag mit der DB geregelt“, so Sälinger.

Offenbacher Hauptbahnhof relativ schnuppe?

Ob sich für die Bahn daraus ein neues lukratives Geschäftsfeld eröffnen lässt? Schon seit Jahren drängt sich vielen eher der Eindruck auf, dass der Bahn der Offenbacher Hauptbahnhof relativ schnuppe ist – auch wenn diese auf die jüngsten Verbesserungen (neue Beleuchtung, neue Beschallung, Ausschilderungen, neue Sitzgelegenheiten) verweisen wird. Von einer adäquaten Aufenthaltsqualität wird dennoch keiner sprechen. Zudem bleibt festzuhalten, dass die Stadtwerke einen Teil des neuen Anstriches bezahlt hat.

mk

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