Stippvisite in alter Heimat

+
Daniela Ziegler spielt eine Frau in den besten Jahren, die es nochmal wissen will, und Heio von Stetten ihren jüngeren Liebhaber.

Offenbach - Was tut eine in Offenbach geborene Wahl-Berlinerin, die ihr Beruf mal wieder ins Rhein-Main-Gebiet führt? „Ich habe in Familie gemacht“, berichtet Daniela Ziegler. Von Markus Terharn

Zwei Tage verbrachte die bekannte Schauspielerin und Sängerin mit ihrer 91-jährigen Mutter, traf sich mit Bruder Bodo und seiner Frau, die ebenfalls in Offenbach leben, und einer Cousine aus Mainz. Ihr Neffe besuchte sie am Set. Der lag allerdings in Frankfurt, wo Ziegler auch im Hotel logierte. In der Mainmetropole stand die attraktive Brünette vier Drehtage lang für den Fernsehfilm „Nein, Aus, Pfui!“ vor der Kamera. Der Sendetermin dieses 90-Minüters ist für Anfang Herbst auf Sat. 1 geplant.

Wie der Titel ahnen lässt, geht es auch um einen Hund, genauer um Continental Bulldog Lucky alias Bitch. Diese Hündin haben Jan (Sebastian Ströbel) und Hanna (Petra Schmidt-Schaller) aus dem Tierheim geholt, um zu testen, ob sie in der Lage wären, Verantwortung für ein Baby zu tragen. Folge: Chaos bricht aus, Hanna schmeißt Jan raus, der findet Unterschlupf bei Mama.

Ziegler spielt diese Mutter. Emilia ist eine reife Frau mit künstlerischem Hintergrund, „die nochmal durchstartet – mit einem jüngeren Liebhaber“, charakterisiert Ziegler sie. Heio von Stetten verkörpert Norbert, Objekt ihrer Begierde. Obwohl es für beide die erste Zusammenarbeit ist, loben sie die Chemie. „Er ist ein wunderbarer Kollege“, schwärmt Ziegler, der Persönliches bei aller Professionalität sehr wichtig ist: „Stellen Sie sich vor, wir müssten miteinander etwas anfangen und könnten uns buchstäblich nicht riechen.“ Von Stetten bestätigt: „Es war großartig, hat viel Spaß gemacht.“

Kindheit in Offenbach und Frankfurt verbracht

Für Konfliktstoff ist schon deshalb gesorgt, weil Norbert zugleich Jans Chef ist. Dem Sohn ist es äußerst peinlich, dass dieser seine Mutter in der Firma als Granate im Bett bezeichnet; sie wiederum findet diese Haltung ihres Sprösslings spießig.

Am Deutschherrenufer in Sachsenhausen ist eine lange Wagenkarawane geparkt. Passanten müssen einen Bogen schlagen, um nicht durch das Bild zu laufen. Über der Szenerie hängt ein Mikro, die Kamera läuft, Regisseur Kai Meyer-Ricks lässt Jungstar Ströbel in eine Limousine steigen. Wo sonst ein spanisches Restaurant seine Gäste mit Tapas und Rioja bewirtet, behaupten Schilder die Existenz eines Fitnessstudios mit Namen „+Move“. Davor machen die Darstellerinnen Ziegler, Schmidt-Schaller und Kristin Graf in Trainingsanzügen eine gute Figur.

Den Walter-von-Cronberg-Platz kannte Ziegler vorher nicht, sie genießt aber die telegene Sicht auf die Skyline von Mainhattan. „Frankfurt ist so schön geworden“, findet die Hessin, die „die blödsinnige Rivalität“ zwischen den Nachbarstädten nicht nachvollziehen kann. „Ich habe meine Kindheit halb in Offenbach und halb in Frankfurt verbracht, ich fühle mich hier wie dort wohl.“

Musical in Wien ist nächstes Projekt von Daniela Zieger

Ihren Kurzbesuch in der alten Heimat verdankt Ziegler der U5 Filmproduktion mit Sitz an der Hanauer Landstraße, für die Katrin Haase diese romantische TV-Komödie betreut; Produzenten sind Norbert Walter und Karl-Eberhard Schäfer. „Es ist immer schön, etwas in Frankfurt zu machen“, denkt Ziegler zurück an die Dreharbeiten zu Rolf Silbers Kinohit „Echte Kerle“ oder an ihre Bühnenauftritte als Norma Desmond im Musical „Sunset Boulevard“ im nahen Niedernhausen. Und eine Freundin hat sie getroffen: Sylvia Hoffman, Künstlerische Leiterin des Volkstheaters. Mit der Regisseurin hat sie mehrere Filme in Frankfurt gedreht, darunter zwei „Tatort“-Folgen.

Ob Ziegler Parallelen zwischen sich und den von ihr interpretierten Charakteren sieht? „In jeder Rolle steckt etwas vom Schauspieler, von persönlichen Emotionen – andererseits viel Fantasie. Es ist immer eine Mischung.“

Diese Fähigkeiten und ihr Gesangstalent bringt Daniela Ziegler in ihr nächstes Theaterprojekt ein. In Wien steht sie als Großherzogin Sophie in der Jubiläumsinszenierung des Musicals „Elisabeth“ von Michael Kunze und Sylvester Levay auf den Brettern des Raimund-Theaters. Premiere ist am 5. September, für die Künstlerin ein besonderes Datum: Es ist ihr Geburtstag.

Kommentare