Darf der oder darf er nicht?

Offenbach - (mcr) Darf der das jetzt oder darf der das jetzt nicht? Wer sein Domizil in einem reinen Wohngebiet, einen technikverliebten Nachbarn oder eine Baustelle vor der Haustür hat, dem kann ein Tauchgang in die unendlichen Tiefen deutscher Bürokratie durchaus einige Freude bereiten.

In der „Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung“ steht, welche lauten Apparate der Gesetzgeber zu welcher Zeit für unzumutbar hält. Lehrreiche Momente verspricht der Text zudem Menschen, die bisher noch nicht verinnerlicht haben, welche wundersame Vielfalt die Maschinenbaubranche hervorgebracht hat.

Den Explosionsstampfer zum Beispiel. Der dient der Verdichtung des Erdreichs bei Bauarbeiten und muss an Sonn- und Feiertagen ganztägig sowie an Werktagen in der Zeit von 20 bis 7 Uhr Ruhe geben.

Gleiches gilt für die Hubarbeitsbühne mit Verbrennungsmotor, den Beton- und Mörtelmischer, den Fugenschneider, die Rammausrüstung, die selbstfahrende Schneefräse, das Be- und Entladeaggregat von Silo- oder Tankfahrzeugen und für viele Dinge mehr, die in privaten Gärten aber eher selten anzutreffen sind.

Schon praxisnäher: Auch die tragbare Motorkettensäge, die Kehrmaschine, der Vertikutierer und der Schredder oder Zerkleinerer sind nachts und sonntags tabu - neben dem Laubbläser, dessen gesetzliche Ruhezeit zusätzlich werktags zwischen 7 und 9 Uhr, 13 bis 15 Uhr und 17 bis 20 Uhr gilt. Allerdings nur, wenn das Gerät kein hoch offizielles Umweltzeichen trägt, dessen Definition die Verordnung stolze sechs unverständliche Zeilen widmet.

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