Bereit für den perfekten Auftritt

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Bei den Dreharbeiten für eine bekannte TV-Dinner-Sendung überlassen Filmteam und Supermarkt nichts dem Zufall. Roastbeef, zwei Dosen Thunfisch und ein Liter Milch: Der Einkauf von „Das-perfekte-Dinner“-Teilnehmer Sven.

Offenbach - Schon am Eingang des Supermarkts an der Seligenstädter Straße grüßt ein Maskottchen mit einem Tablett voller Häppchen. In fast jedem Gang können die Kunden Säfte, Käse und Wurst probieren. Die Warenregale sehen aus, als wären sie mit dem Lineal bestückt worden. Von Sarah Neder 

Für den besonderen Tag hat das Team um Jürgen Richter alles perfekt hergerichtet. Nicht zuletzt sich selbst. „Bin ich gut geschminkt?“, fragt Fleischereiverkäuferin Olenka Sander eine Kundin. Die Abteilungsleiterin wird in wenigen Minuten für die Sendung „Das perfekte Dinner“ als Statistin vor der Kamera stehen. Bei der Vorabendshow kochen fünf Bewerber aus einer Region um die Wette. An jedem Tag der Woche kreiert ein anderer Gastgeber Vor-, Haupt- und Nachspeise. Wer von den Konkurrenten die meisten Punkte bekommt, gewinnt am Ende der Woche 1 500 Euro.

Für die Aufnahmen, die später in der Sendung den Einkauf des Offenbacher Kandidaten Sven Seib dokumentieren sollen, musste Sander aber keinen Text auswendig lernen: „Ich werde dem Kandidaten sein Fleisch verkaufen wie jedem anderen Kunden“, sagt sie. Seib hat 1,7 Kilo feines Roastbeef bestellt. Das werde so um die 40 Euro kosten, schätzt die Verkäuferin fachmännisch. Doch bevor das Stück Rind zunächst auf die Waage und dann über die Theke wandert, filmt das Team eines privaten Fernsehsenders, wie Kandidat Sven auf den Parkplatz fährt, aussteigt und zielstrebig auf die sich automatisch öffnende Tür des Supermarkts zugeht. Dort soll er das Maskottchen begrüßen.

Was im Fernsehen meist spontan rüberkommt, verlangt beim Dreh schon einige Anläufe. Etwa wenn jemand ungebeten vor die Kameralinse läuft oder der Kandidat verkrampft wirkt. Sven ist aber auch an seinem „Gastgeber-Tag“ voller Gelassenheit: „Ich bin gar nicht aufgeregt“, sagt er. „Wir hatten bisher eine so tolle Woche. Ich freue mich einfach, wenn alle nachher kommen und wir einen schönen Abend haben.“ Nach all den leckeren Menüs der vergangenen Tage sei er nicht nur „vollgestopft“, sondern auch überzeugt, dass er die Sendung nicht gewinnt. „Da waren so tolle Köche dabei – nach denen kann ich nur alt aussehen.“

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Der Pflegedienstleiter eines Seniorenzentrums in Mühlheim gibt sich dennoch alle Mühe, seine Gäste zu verwöhnen. Vom Edeka Richter braucht er dafür außer dem Fleisch zwei Dosen Thunfisch und eine Packung Milch. Ein übersichtlicher Einkauf, der wegen der Dreharbeiten trotzdem knapp eine Stunde dauert. Denn alles will in bewegten Bildern festgehalten werden: Wie Sven durch die Gänge schlendert, im Kühlregal stöbert, die Einkäufe aufs Förderband legt und bezahlt.

Allerdings ist der Tagesplan eng getaktet. Nach dem Einkauf fängt Sven mit dem Kochen an. Dabei steht ihm beste Freundin und Schnibbelhilfe Katja zur Seite. Um 18 Uhr kommen die Gäste, um 21 Uhr muss der Hauptgang stehen. „Vom Einkauf sind ja in der Sendung nur noch ein paar Sekunden zu sehen“, outet sich Marktbesitzer Jürgen Richter als Dinner-Kenner. Seine Frau schaue die Sendung regelmäßig, da gucke er „halt mit“. Bei den Kunden erregt das Filmteam jede Menge Aufmerksamkeit: Viele bleiben stehen, einige holen ihre Handys raus und schießen Erinnerungsbilder. Wer sich von Svens Kochtalenten überzeugen will: Die Sendung wird voraussichtlich Ende Februar ausgestrahlt.

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