DeinBus verzeichnet zahlreiche Angebote

Suche nach Investoren läuft

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Offenbach - Eigentlich müsste man dem Fernbus-Pionier DeinBus dankbar sein. Denn war es nicht genau dieses von Studenten gegründete Unternehmen aus Offenbach, das nicht nur den Markt für Fernbusfahrten in Deutschland liberalisierte, sondern zudem auch nachhaltig die Preisstruktur von Mitbewerbern wie der Deutschen Bahn veränderte. Von Khang Nguyen 

Vergünstigte BahnCards oder öfter Sparangebote sind seitdem keine Seltenheit mehr. Doch genau dieser Preiskampf wurde den beiden Mitgründern Christian Janisch und Alexander Kuhr nun zum Verhängnis. „Vom Marktpionier zum Marktfolger“, interpretiert Kuhr die derzeitige Situation. Anfangs habe man für die Strecke Tübingen - München 19 Euro eingenommen – mittlerweile liegen die Preise im einstelligen Bereich.

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Als Folge dessen stellte das Unternehmen am 3. November einen Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Im Gegensatz zu anderen Fernbusanbietern wie Flixbus, hinter denen Daimler steht, und dem ADAC Postbus agierte DeinBus unabhängig und hatte keinen Investor. Das möchte DeinBus nun nachholen. „Bereits vor unserer Ausschreibung verzeichneten wir eine zweistellige Anzahl an Interessenten“, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Feketija gestern. Nun habe man sowohl strategische als auch finanzkräftige Investoren angeschrieben und befände sich auf der Suche nach seriösen Interessenten, die neben Bonität auch eine gewisse Erfahrung für den sehr aggressiven Fernbusmarkt hätten. „Wir sind uns sicher, dass wir nochmals einen deutlichen Rücklauf bekommen“, sagte Feketija.

Die Suche nach einem Retter soll bis Ende des Monats dauern. „Bis dahin wollen wir alle potentiellen Investoren ebenfalls noch sortieren und strukturieren“, erklärte Feketija. Die Löhne der Mitarbeiter sind derweil durch Insolvenzgeld bis Ende Dezember gesichert. Nach Studien gehörte DeinBus mit rund drei Prozent Marktanteil zu den kleineren Anbietern. Eines der größten Merkmale des Offenbacher Unternehmens ist die Vielzahl an Nischenstrecken, bei denen auch kleinere und mittelgroße Ortschaften angesteuert werden. „Dieses Strategie wollen wir auch weiterhin fahren“, erklärte Janisch. Man fahre nach wie vor sehr gut damit.

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Für die Gäste gibt es unterdessen nur geringe Veränderungen. Gut 95 Prozent des Streckennetzes werden bis auf weiteres bedient, zwei Strecken wurden aus dem Programm genommen. Diese werden seither vom Postbus gefahren.

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