Logistikanbieter

Dematic investiert in Offenbach

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Adrian Siegler

Offenbach - Arbeitsplatzabbau, Streiks, Flucht aus dem Flächentarifvertrag, ständig neue Geschäftsführer - seitdem der Technologiekonzern Siemens Dematic 2006 verkauft hat, musste die Offenbacher Firma eine bewegte Geschichte durchleben. Von Marc Kuhn

Mittlerweile ist sie in ruhigere Fahrwasser gekommen und kürzlich verkauft worden.  „Unser Unternehmen steht gut da“, sagt Geschäftsführer Adrian Siegler unserer Zeitung. Das gleiche gelte für die Perspektiven. In den nächsten Jahren werden die globalen Märkte für Interlogistik, Lösungen in den Gebäuden, nach den Worten von Siegler um sechs Prozent zulegen. „An dem Wachstum können wir partizipieren.“ Jetzt soll in Offenbach kräftig investiert werden. Ende Dezember, spätestens Anfang Januar sei der Verkaufsprozess abgeschlossen, erklärt Siegler. Der Finanzinvestor Triton hat die Dematic GmbH mit der Deutschland-Zentrale an den US-Investor AEA Investors und Teachers’ Private Capital (TCP), den auf Private Equity spezialisierten Teil des kanadischen Pensionsfonds Ontario Teachers’ Pension Plan, veräußert. Über den Preis ist Stillschweigen vereinbart worden. Die neuen Investoren hätten keine Angaben dazu gemacht, wie lange sie den Logistikanbieter halten wollen, wie Siegler berichtet.

Er sprach aber von einer langfristigen Ausrichtung des Engagements von AEA und TCP. Sie hätten die Kapitaldecke von Dematic gestärkt. In einem Fünf-Jahres-Plan, der 2013 beginne, seien „sehr aggressive“ Wachstumsziele gesteckt worden. Insgesamt erwirtschaftete Dematic mit weltweit 4 500 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Das letzte Geschäftsjahr (30.9.) sei das beste in der 112-jährigen Geschichte des Unternehmens gewesen. Zu den Erlösen in Deutschland will sich Siegler nicht äußern. Der Geschäftsführer spricht aber von einer guten Auslastung. 570 Mitarbeiter sind bei Dematic in Deutschland beschäftigt.

38 Stellen unbesetzt

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Dematic an Investoren verkauft

Sieben Menschen, die bei der Insolvenz des Druckmaschinenherstellers „manroland“ arbeitslos geworden waren, hat Dematic eingestellt. Zurzeit kann der Logistikanbieter aber 38 Stellen nicht besetzen. Siegler spricht von einem Mangel an Fachkräften. Zu dem Logistikspezialisten gehören neben dem Standort Offenbach noch die deutschen Niederlassungen in Nürnberg, Augsburg, Heilbronn und Wetter. Die einzige Produktionsstätte in Europa sei in Offenbach, sagt Siegler. Zudem gebe es noch Werke in Australien, China und den USA. Die von dem Logistikanbieter in Deutschland hergestellten Lösungen zum automatisierten Transport beispielsweise von Waren würden zu rund 70 Prozent in Europa verkauft, erläuterte Stiegler. Der Rest gehe nach China und in die USA. Zu den Kunden zählen große Konzerne wie Fraport, Bayer, BASF und die Post.

Die Zuversicht in den Chefetagen von Dematic schlägt sich auch in Investitionen in Offenbach nieder. Die Zentrale werde „aufgehübscht“, erklärt Siegler. Moderne Räumlichkeiten sind bereits eingerichtet worden, in denen Kunden und Besuchern unter anderem auf Bildern sowie Videos die Geschichte und die Produkte des Logistikanbieters gezeigt werden können. Nun würden der Empfangsbereich und die Büros modernisiert, berichtet der Geschäftsführer. Zusätzliche Etagen in dem Haus an der Carl-Legien-Straße würden angemietet. Anfang des Jahres sollen die Umzüge beginnen. Insgesamt will Dematic etwa eine Million Euro investieren. Bis zu vier Millionen Euro will das Unternehmen in die Fertigung stecken. Künftig soll auch die eigene Fördertechnik eingesetzt werden. Rund 3,5 Millionen Euro sollen in ein Technologiezentrum fließen, wie Siegler sagt. Dort sollten ab Juli 2013 den Kunden die Produkte von Dematic vorgeführt werden.

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