Nur mit viel Liebe zum Objekt

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Das Preisgeld, 3000 Euro, stiftete der Rotary-Club Offenbach, vertreten durch Präsident Friedrich Metzger (Dritter von links).

Offenbach - Sie haben sich um Geschichtsbewusstsein und Gemeinwohl verdient gemacht: Darum erhielten Sabine Heimen und Stadtbetrieb ESO am Montag den Offenbacher Denkmalschutzpreis für das Jahr 2011. Von Markus Terharn

Weil es 2010 keinen Preis gab, überreichte Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller am Montagabend je zwei Urkunden, Plaketten und Denkmal-Topografien. Zahlreiche Besucher und das klassische Klavierspiel von Ronald Fries sorgten für den würdigen Rahmen im Stadtverordnetensitzungssaal. Sabine Heimen, die Maler Jürgen Jobmann, Zimmermann Ralf Birk und den hilfreichen Nachbarn Andreas Schmidt mitgebracht hatte, empfing die Auszeichnung für die vorbildliche Wiederherstellung ihres Fachwerkhauses Strackgasse 24 in Bürgel. Sie freute sich zudem über 3000 Euro, mit denen der Rotary-Club Offenbach den Preis dotiert hatte. Den Scheck übergab Rotarier-Präsident Friedrich Metzger.

Für den ESO nahmen Chef Peter Walther und Friedhofsleiterin Gabriele Schreiber die symbolische Würdigung entgegen. Finanziell ging der kommunale Dienstleister gemäß Satzung leer aus – weil er das Mausoleum Heinrich Krumm auf dem Alten Friedhof aus öffentlichen Mitteln renoviert hatte. Auch Zuschüsse von Land und Bund waren dafür geflossen. Nichts verdeutlichte die Verdienste der Preisträger besser als die Präsentation ihrer Projekte durch Jürgen Lehmann von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Fotos aus allen Restaurierungsphasen und Vorher-nachher-Gegenüberstellungen zeigten, wie aus vom Verfall bedrohten Bauten wieder wahre Schmuckstücke wurden. Der Vergleich mit Aufnahmen aus dem Stadtarchiv bewies, dass der Charakter der Originale mit heutigen Erfordernissen in Einklang gebracht wurde. Dies mit einem Aufwand, der weit über das übliche Maß hinausging.

Die Laudatio von Dominik Mangelmann, Vorsitzender des Denkmalbeirats, verriet Sachkenntnis: Wie Heimen wohnt der Bauingenieur in Bürgel und hat Erfahrungen im Umgang mit historischem Fachwerk. Das gehe nur mit Liebe zum Objekt. Die handwerkliche Leistung nannte Mangelmann „außerordentlich“, das Ergebnis „stadtbildprägend“. Den ESO lobte er dafür, dass er keine Kosten-Nutzen-Rechnung angestellt, sondern ein Kleinod am Tag des offenen Denkmals wieder zugänglich gemacht habe.

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