„Der große Aufschlag“

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Gestern wurde Richtfest gefeiert, im Juni soll der Bau fertig sein.

Offenbach - „Wo geht’s denn hier rein?“ Ratlos schauen sich die geladenen Gäste vor dem Rohbau am Marktplatz um. Kurz darauf werden sie aber fündig. Tatsächlich liegt er noch etwas versteckt in einer Lücke zwischen den Bauzäunen, der provisorische, mit Plastikplanen verhängte Eingang. Von Matthias Dahmer

Dort wo einst das Traditionsgeschäft Kleider-Frei Generationen von Offenbachern anzog, wird gestern Richtfest gefeiert. Für ein Gebäude, das mit der Hoffnung befrachtet ist, der Neugestaltung des Areals drumherum einen Schub zu geben.

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Oberbürgermeister Horst Schneider würdigt deshalb vor und 150 Gästen, dass die Familien Keck und Frei sowie die Firma Dreßler-Bau als Gesellschafter des Geschäftshauses Markplatz Offenbach (GMO) so viel Vertrauen in die Stadt haben. Sie nähmen mit ihrer Investition vorweg, was als „letzter Baustein der Innenstadt-Entwicklung“ folge: die Umgestaltung des Marktplatzes, der derzeit nicht als solcher erkennbar sei. Man werde das Vorhaben 2012 mit einem Architekten-Wettbewerb und unter Bürgerbebeteiligung anpacken, verspricht Schneider. Am Ende soll es auf dem niveaugleichen Platz unter anderem keine Ampeln und vor allem keinen Durchgangsverkehr mehr geben, so der Verwaltungschef. Zuvor begibt er sich auf eine Zeitreise: Erinnert etwa an das „Go-In“ im Kleider-Frei, die angesagte obere Etage des Bekleidungshauses, wo er als Stammkunde so manche Schlaghose erstanden habe.

Das Zehn-Millionen-Projekt, das im Juni fertig sein soll, ist für Schneider „der große Aufschlag“ für diesen Teil der Innenstadt. Auch Thomas Keck bezeichnet sein Objekt nicht unbescheiden als „sehr gelungen“. Nach 60 Jahren seien Veränderungen fällig gewesen, das Gebäude werde die östliche Innenstadt beleben, ist sich Keck sicher. Sein Dank gilt auch den Nachbarn, die Verständnis für die eine oder andere Unannehmlichkeit gehabt hätten.

Souverän und von drei großen Schlucken Frankenwein begleitet, meistert Burkhard Ries von Dreßler-Bau den Richtspruch, bevor er das geleerte Glas als Glücksbringer auf dem Boden zerschmettert und am Büffet Deftiges vom Metzger Nußbaumer lockt.

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