Designer-Club kürt Sieger im Capitol

Schau der schönen Dinge

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Anne Tecklenburg vom Deutschen Designer-Club zeigt den zweiten Platz in der Kategorie Foto/Film: Glenn-Miller-Orchestra-Fotografie vom Büro Schramm für Gestaltung aus Offenbach.

Offenbach - Mehr als einmal brandete Beifall durchs vollbesetzte Capitol. Vertreter der Kreativ- und Werbewirtschaft trafen sich zur 15. Preisverleihung des Wettbewerbs „Gute Gestaltung“. Der Deutsche Designer-Club (DDC) kürte Sieger aus zehn Kategorien. Von Claus Wolfschlag

Vorstandssprecher Michael Eibes verwies auf das geflügelte Wort des Bildhauers Horatio Greenoughs, das die Form der Funktion zu folgen habe, und den Leitspruch „Weniger ist mehr“ des Industriedesigners Dieter Rams. Das bedeute, dass Design sich nicht in überflüssigem Schnickschnack erschöpfen solle, sondern langlebig, umweltfreundlich und Ressourcen schonend entwickelt werden müsse. Eibes verwies auf Probleme wie den im Meer schwimmenden Plastikmüll. Dann führten Moderator Holger Volland und Vorstandsmitglied Niko Gültig durch den Abend.

In der Kategorie Raum/Architektur erhielt die Firma denkwerk Gold. 360 Smartphones der Besucher einer musikalischen Veranstaltung im Kölner Dom wurden synchronisiert und leuchteten in den Farben des Kirchenfensters von Gerhard Richter. In der Kategorie Digital Media ging der Preis an zwei Smartphone-Apps, den Routenplaner „Quixxit“ von Cheil Germany und ein Bildungsprogramm über Gase von der Peter Schmidt Group. In Markenkommunikation holte die Werbeagentur Gingco.Net den ersten Preis für eine Audi-S1-Werbekampagne, in Graphic Fine Arts die Boros für den Porsche-Design-Kalender 2014.

Zwei Offenbacher sind auch dabei

Auch zwei Offenbacher beteiligten sich: Sophia Preußner hatte ihre Gestaltung der „international design conference“ an der Hochschule für Gestaltung eingereicht; das Büro Schramm für Gestaltung schaffte es mit seinem Jahresbericht des Beilstein-Instituts in der Kategorie Unternehmenskommunikation in die Award-Gruppe.

Der Grand Prix für ein vorbildliches Unternehmen ging an das Lüdenscheider Unternehmen ERCO. Früh hatte die Firma auf Beleuchtungssysteme gesetzt, sich von kurzlebigen Moden ferngehalten und hochrangige Designer engagiert. 2007 hatte ERCO beschlossen, vollständig auf LED-Technik umzustellen. Das Unternehmen erhielt zusätzlich Gold in der Kategorie Produkt für sein Scheinwerfersystem „Lightscan“.

Ehrenmitglied wurde der Kunsttheoretiker Bazon Brock, der seine kritische Rede mit Attacken würzte. So sei der Gold-Preis „Foto/Film“ für den Audi-Messestand auf der IAA 2013 Ergebnis des großen Budgets. Das erfreute den Offenbacher Werbefachmann Peter Heßler: „Wenn der Auftraggeber einige Millionen Euro überweist, kann fast jeder einen beeindruckenden Messestand kreieren. Früher war nicht alles besser, aber man vermochte, mit einfachen Mitteln effektiv die Botschaft zu vermitteln. Heute wird man zugemüllt mit überflüssiger Bespaßung, die den Wert der Produkte gar nicht mehr informativ transportiert.“

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Widerspruch erfuhr Brock von Juryvorsitzender Caroline Seifert, als sie den Sieger der Kategorie Zukunft vorstellte: Das handtherapeutische Videospiel „Richard Riese“ des Ravensburgers Damian Sturm. Gerade die Jugend zeige, „dass auch in Zukunft positive Gestaltung durch die Ausschöpfung der vorhandenen technischen Möglichkeiten erreicht werden kann“.

„Es gibt viele Awards, aber der DDC-Wettbewerb ist herausragend angenehm“, sagte Stephan Beißer von der Augsburger Firma büroecco, die Gold für ihren Geschäftsbericht der Kuoni-Reiseagentur erhielt. „Da hat man das Gefühl, dass sich die Juroren sehr intensiv mit den Arbeiten auseinander setzen und ihre Entscheidungen gut begründen können. Es ist eine schöne Leistungsschau ohne Oscar-Effekt.“

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