Detektive für 69 Minuten

Escape-Room-Trend in Offenbach angekommen

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Mit Liebe zum Detail ist das Labor der Wissenschaftlerin Dr. Brigitte Calantha eingerichtet. 69 Minuten haben die Besucher Zeit, das Rätsel um den Tod der Biologin zu lösen.

Offenbach – Unter Zeitdruck Rätsel lösen, um ein Verbrechen aufzuklären, einen Schatz finden oder einen Terrorangriff vereiteln – die Ideenvielfalt für einen Escape Room ist riesig. Nun hat auch Offenbach sein erstes interaktives Spielerlebnis: Eine Wissenschaftlerin ist unter mysteriösen Umständen in ihrem Labor ums Leben gekommen. Von Steffen Müller

Zwischen Reagenzgläsern, Petrischalen und der Zucht von seltenen Pflanzen mit angeblichen Heilkräften hat sich Dramatisches abgespielt: Die Wissenschaftlerin Dr. Brigitte Calantha wird tot in ihrem Labor gefunden. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar ein Verbrechen? 69 Minuten haben die Ermittler Zeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, geeignet ist das Spiel ab acht Jahren, Platz bietet der Raum für zwei bis sieben Personen. Ausgedacht hat sich das Szenario Geoffrey De Kock, Geschäftsführer von 069 Escape Games, Offenbachs erstem Escape Room. Gemeinsam mit dem Mechatroniker Stevan Dzajic hat er die Geschichte entworfen und so umgesetzt, dass Hobby-Detektive durch das Lösen teils kniffliger Aufgaben den Fall der toten Biologin aufklären. Konstruiert haben sie alle Rätsel selbst, dabei neben der Story viel Wert auf Hightech gelegt. Rund 30 Mikrochips wurden verbaut, die bei einer richtigen Lösung aktiviert werden und dafür sorgen, dass das Spiel weiter geht.

Dabei hatten weder De Kock noch Dzajic Vorkenntnisse. De Kock studierte „Management of Learning“ in Maastricht, während des Studiums befasste er sich auch mit der Interaktion von Menschen in Gruppen. Und wo kann man Menschen besser beobachten als in einem Escape Room, in dem die Spieler von Kameras überwacht werden, damit die Spielleiter im Zweifelsfall von außen Tipps geben können, falls die Teilnehmer nicht weiter kommen?

Umsichtige Spielleiter: Theresa Nagy und Geoffrey De Kock haben Sorge getragen, dass die Besucher ihrer „Escape Games“ den sorgsam gestalteten Rätselraum im Notfall sofort verlassen können.

Da De Kocks Eltern in einer ehemaligen Lederfabrik an der Bieberer Heinrich-Krumm-Straße eine 200 Quadratmeter große Wohnung zur Verfügung hatten, wagte der heute 28-Jährige nach dem Studium den Sprung in die Selbstständigkeit. In einem Escape Room war er zuvor allerdings nie, nachdem er aber zwei verschiedene Rätsel ausprobiert hatte, war ihm klar, dass er einen entsprechenden Raum in Offenbach eröffnen möchte.

Zwei Jahre etwa dauerte es, bis die Geschichte geschrieben war und sämtliche Aufgaben entwickelt und konstruiert waren. „Die Inspiration dafür haben wir uns aus Filmen Büchern und Spielen geholt“, erzählt De Kock. Und die lange Vorbereitungszeit hat sich gelohnt. Das Labor ist hell, liebevoll eingerichtet und mit vielen Details ausgestattet, die zwar nicht alle zum Lösen benötigt werden, aber dafür sorgen, dass die Geschichte authentisch wirkt.

Zu viele andere Escape Rooms hat der Gründer vorher nicht besucht, um nicht zu sehr von der Konkurrenz beeinflusst zu werden. Man wollte eigenständig bleiben und sich abgrenzen. Deutlich wird dies durch die Dauer, in der das Rätsel gelöst werden muss. Für gewöhnlich haben die Spieler 60 Minuten Zeit. In Anlehnung an den Namen 069 Escape Games haben die Besucher in Offenbach aber 69 Minuten, um den Fall zu knacken, was meistens auch gelingt.

Seit Anfang Dezember betreibt De Kock nun mit seiner Freundin Theresa Nagy den Escape Room und ist mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Rückmeldung der Besucher ist positiv, vor allem freut sich De Kock über Lob von erfahrenen Escape-Room-Spielern, die auch vor der offiziellen Eröffnung als Testperson eingeladen wurden. Und so schnell wie möglich soll weiter getestet werden. De Kock arbeitet derzeit fieberhaft an einem zweiten Raum. „Verloren im All“ soll er heißen und alsbald eröffnet werden. Die Geschichte steht, die Prototypen für die Rätsel auch. Jetzt muss noch gebaut werden. Weitere Vorstellungen für die Zukunft hat der 28-Jährige bereits. Er plant einen Raum nur für Kinder. Außerdem denkt er an ein mobiles Rätsel, das an Schulen oder bei Firmenfeiern gespielt werden kann. Früher oder später soll zusätzlich ein Escape Room mit virtueller Realität dazukommen.

Weitere Infos: 069escapegames.com

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