Waffenschein trotz islamistischem Umfeld

Offenbach (ale) - Obwohl ein Deutschtürke aus Offenbach über mehrere Jahre von hessischen und bundesweiten Behörden als „islamistischer Gefährder“ überwacht wurde, hat er eine Schießausbildung absolviert und Waffen gekauft.

Das haben Recherchen des hr-Fernsehmagazins „Defacto“ ergeben. Laut Generalbundesanwaltschaft hat Adnan V. aus Offenbach durch Internetpropaganda die Terrororganisation „Al Qaida“ unterstützt und außerdem versucht, andere Islamisten aus Hessen für den so genannten „Heiligen Krieg“, den „Dschihad“, zu rekrutieren.

Außerdem hat er schon 2007 auf mehreren Internetseiten mitgeteilt, dass er sich selbst für den „globalen Dschihad“ entschieden habe. Adnan V. wurde im Oktober 2009 verhaftet und sitzt seitdem in Hessen in U-Haft. 2007 konnte der junge Mann Mitglied eines südhessischen Schützenvereins werden und sich im Gebrauch von Schusswaffen schulen lassen.

Pistole und zwei Gewehre gekauft

Nach einem Jahr solcher Vereinsaktivitäten erfüllte er damit eine formale Voraussetzung, um die Bezugsberechtigung für Waffen zu erlangen. Im Juni 2008 erhielt er eine Waffenbesitzkarte vom Ordnungsamt Offenbach. Einen Monat später konnte sich der Islamist Adnan V. eine 9-Millimeter-Pistole kaufen. Zwar informierte der Waffenverkäufer korrekterweise die zuständige Ordnungsbehörde vom Waffenkauf des Islamisten. Doch niemand griff ein.

Vielmehr gelang es dem Anhänger des „Heiligen Krieges“ in den folgenden Monaten ungestört, nacheinander noch zwei Gewehre zu erwerben – obwohl auch hier wiederum die Verkäufer den Behörden Meldung machten.

Rubriklistenbild: © Siegfried Fries / Pixelio.de

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