Deutsche Bahn stellt Infrastrukturprojekte vor

Offenbachs Hauptbahnhof geht leer aus

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Der Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen. Gestern hat die Bahn ihre Infrastruktur-Projekte für Hessen vorgestellt.

Frankfurt - Die Ertüchtigung von Stellwerken, Brücken, Tunneln, Gleisen, Stromnetz und Verkehrsstationen lässt sich die Deutsche Bahn auch in diesem Jahr einiges kosten. Von Harald H. Richter

„Um das System Schiene fit zu machen, nehmen wir rund 360 Millionen Euro in die Hand, das sind nochmals zehn Millionen Euro mehr als vergangenes Jahr“, so Konzernbevollmächtigter Klaus Vornhusen gestern bei einer Pressekonferenz in Frankfurt. Damit werden unter anderem rund 270 Kilometer Schienen und fast 70 Weichen erneuert. „Dazu kommen weitere über 200 Millionen Euro des Geschäftsbereichs DB Netz für die Instandhaltung von Strecken und Anlagen.“ Bis 2019 sollen im Rahmen des Infrastruktur-Modernisierungsprogramms für das bestehende Eisenbahnnetz in Hessen 1,8 Milliarden aufgewendet werden.

Wichtige Gebäudemodernisieren in Rhein-Main betreffen etwa den Bahnhof Frankfurt-Höchst, wo eine barrierefreie Erschließung, neue Bahnsteigdächer und eine Unterführung geplant sind, sowie den Frankfurter Hauptbahnhof. Auf der Main-Neckar-Strecke wird der Bahnhof Bickenbach erneuert und dazu noch behindertengerecht an die Unterführung der Stadt angebunden.

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Auf solche Verbesserungen dürfen Bahnkunden in Offenbach nicht hoffen. Im Modernisierungspaket für Hessen ist bis 2019 keinerlei Mittelansatz enthalten, um den Hauptbahnhof fit zu machen. Hier gibt es an den Gleisen weder einen Aufzug noch Rolltreppen zu den Unterführungen, so dass Reisende mühsam ihre Koffer über schmale Treppen schleppen müssen. „Wir haben der Stadt Offenbach Gespräche angeboten“, betonte Susanne Kosinsky, bei der DB für den Geschäftsbereich Station und Service zuständig. „Bis heute gibt es seitens der Kommune jedoch keine konkrete Aussage darüber, wie sie die zur Finanzierung notwendigen Komplementärmittel aufbringen will.“ Und ohne die gehe es nun einmal nicht.

Die Planungen für die Schienen sehen im Knoten Frankfurt unter anderem Gleiserneuerungen für knapp 30 Millionen Euro im Streckenbereich Mörfelden/Frankfurt Stadion/Flughafen Fernbahnhof vor, außerdem im Raum Friedberg zwischen Butzbach und Nieder-Wöllstadt, im Bereich Hanau-Wolfgang, zwischen Oberlahnstein und Wiesbaden sowie auf der südlichen rechten Rheinseite zwischen Wiesbaden und Oberlahnstein. Darüber hinaus beginnen zwischen Butzbach und Nieder-Wöllstadt Arbeiten zur Gleiserneuerung einschließlich Lärmschutzbauten in Bad Nauheim.

Um die Beeinträchtigungen für Reisende und Güterverkehrskunden so gering wie möglich zu halten, werden Maßnahmen gebündelt. „Oft wird auch nachts und in den Schulferien gearbeitet“, betonte Vornhusen.

Gisbert Brauner, Leiter des Regionalbereichs Mitte des DB-Geschäftsfeldes Netz, verwies in diesem Zusammenhang auf den Bau des 90 Millionen Euro teuren elektronischen Stellwerks für die Frankfurter S-Bahn. „In diese Großinvestition pumpen wir 2016 etwa 20 Millionen Euro.“ Die vergangenes Jahr begonnenen Arbeiten gehen in den Osterferien weiter. In die Energieversorgung investiert die Bahn ebenfalls. Nach Worten von Bereichsleiter Kai von Wille werden für rund sieben Millionen Euro Bahnstromleitungen neu verlegt. Zudem fällt der Startschuss für ein neues Unterwerk in Friedberg. Mit einem Mittelaufwand von zwölf Millionen Euro sollen bis 2019 landesweit 22 neue Trafostationen entstehen.

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