Warnung vor Altersarmut in der Region

Offenbach/Hanau (re) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet auch für die wirtschaftlich relativ stabile Region Südosthessen Altersarmut in nennenswertem Ausmaß.

Wie DGB-Regional-Geschäftsführer Alexandre da Silva mitteilt, könnten in den Kreisen Offenbach und Main-Kinzig viele Vollzeitbeschäftigte einmal kaum von ihren Alterseinkünften leben. Betroffen seien vor allem schlecht verdienende Frauen aus der Dienstleistungsbranche und Arbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Der DGB hat eigenen Angaben zufolge erstmals ermittelt, wie viel die sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in den beiden Kreisen verdienen. Die Zahlen für 2010 beruhten auf einer Auswertung der Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung. Demnach erhält im Kreis Offenbach jeder Zweite weniger als 3026 Euro im Monat, inklusive einmaliger Leistungen wie Überstundenzuschlägen oder Weihnachtsgeld. Auszubildende seien nicht berücksichtigt worden. Im Main-Kinzig-Kreis müsse sich jeder zweite Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 2682 Euro begnügen. Der hessische Durchschnitt betrage 2981 Euro, der in den alten Bundesländern 2835.

Vollzeitbeschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung verdienen laut DGB im Kreis Offenbach durchschnittlich 2376 Euro im Monat, im Main-Kinzig-Kreis 2331. Durch die geplante Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent müssten Beschäftigte mit 2500 Euro 35 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, um im Alter mehr als die Grundsicherung zu erhalten. Bei 2200 Euro pro Monat drohe die Sozialbedürftigkeit sogar bei 40 Beitragsjahren. Diverse Zahlen zur drohenden Altersarmut vieler Beschäftigter bestimmen seit Wochen die politische Debatte in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Lucie Gerhardt/pixelio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare