Geschnetzeltes im Stadion

+
Dankbar ließen sich 100 Besucher im Stadion das Weihnachtsessen schmecken.

Offenbach - Weihnachtliche Atmosphäre ins Stadion brachten der Lions-Club Offenbach-Lederstadt und die Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) zusammen mit dem Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau an Heiligabend.

Gäste waren aber weder Fußballfans noch Mitarbeiter großer Unternehmen, sondern Wohnungslose und Bedürftige, die zum festlichen Beisammensein mit Menü und Programm geladen waren. Das Weihnachtsfest der Diakonie ist Tradition: Seit 24 Jahren feiert die Einrichtung mit Menschen, die wenig haben und am Rand der Gesellschaft stehen, in ihrer Teestube. Erstmals genossen die etwa 100 Personen feinen Tafelspitz und Geschnetzeltes im VIP-Bereich des Stadions mit Blick auf den Rasen. „Die Location war etwas ganz Besonderes“, resümiert Barbara-Anne Podborny, stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werks. „Wir waren von der Menge der angemeldeten Gäste überwältigt und freuen uns, dass wir noch mehr Menschen als sonst erreichen konnten.“

Die Stadtwerke Offenbach Holding vermittelte den Veranstaltern Kontakt zum Stadionbetreiber SBB, der für das Fest keine Miete nahm und sogar Getränke und einen Weihnachtsbaum zur Verfügung stellte. Das weihnachtliche Festmahl spendeten, wie bereits in vergangenen Jahren, die Betreiber des Restaurants „Tafelspitz und Söhne“, dessen wohltätiges Engagement mittlerweile fester Bestandteil der Veranstaltung ist. Tatkräftige Unterstützung boten auch die Mitglieder des Lion-Clubs, dessen gegenwärtiger Präsident Christian Plachta die Idee für das Essen im Stadion hatte. Die Helfer der international tätigen Serviceclub-Organisation bedienten und spülten an diesem Tag, so dass keine zusätzlichen Servicekräfte benötigt wurden. Auch Mitarbeiter des Diakonischen Werks waren dabei. In jedem Jahr gilt für sie am 24. Dezember Urlaubssperre, um das Essen zu organisieren.

Pfarrerin Patrizia Pascalis von der Diakoniekirche hielt in den Räumen des Stadions eine Andacht, und Dekanatskirchenmusiker Friedemann Becker stimmte die Gäste musikalisch auf Weihnachten ein. Nach dem gemeinsamen Essen folgte die Bescherung: Fleißige Spender der Kirchengemeinde Götzenhain hatten Geschenke gesammelt und 100 Päckchen gepackt, die an die Gäste verteilt wurden. Die Weihnachtsfeier auf dem Bieberer Berg war für die meisten Anwesenden ein besonderer Nachmittag in einer kalten und dunklen Zeit. „Weihnachten ist für viele Wohnungslose mit negativen Emotionen verbunden“, betont Podborny. „Sie können nicht mehr bei ihren Familien sein oder teure Geschenke machen und leben unter schwierigen Bedingungen.“ Mitarbeiter der SBB, Petra Stottrop und Wilfried Herkert, koordinierten die Vorbereitungen und waren als Ansprechpartner präsent. Normalerweise organisieren die beiden festliche Jubiläen oder extravagante Firmenfeiern. Die Diakonie-Veranstaltung bedeutete daher auch für das SBB-Gespann eine Premiere.

(fel)

Kommentare