Dicke Bretter gebohrt

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Etwa 20 neugierige Kunden warteten gestern bereits um 7 Uhr morgens auf die Eröffnung des Heimwerker-Einkaufhimmels. Auf einer Fläche von 10.800 Quadratmetern präsentiert sich die OBI-Filiale an der Mühlheimer Straße 325.

Offenbach ‐ Alles, was gestern bei der Eröffnung des OBI-Baumarkts noch entfernt an Pelze erinnerte, war das Maskottchen des Heimwerkertempels: Der OBI-Biber.Von Katharina Platt

Ansonsten gehört die Geschichte des Geländes an der Mühlheimer Straße, auf dem sich das Unternehmen Thorer 112 Jahre lang der Pelzveredelung widmete, nun endgültig der Vergangenheit an. Die Bebauung des 65.000 Quadratmeter großen Areals hat alle Spuren der Industriegeschichte beseitigt und Platz für Neues geschaffen. Für Neues und Großes. Den Anfang des dort geplanten Fachmarktzentrums machte gestern um 7 Uhr früh die OBI-Filiale. Was Störche auf großen Plakatwänden Wochen zuvor angekündigt hatten, erfüllte sich: Offenbach hat einen neuen Baumarkt.

Ende Juni 2006 hatte der alte OBI an der Sprendlinger Landstraße dicht gemacht. Damals hoffte das Unternehmen noch auf einen nahtlosen Übergang zur Neueröffnung auf dem Gelände an der Mühlheimer. Doch bis es soweit war, mussten dicke Bretter gebohrt werden. Dass sich das Vorhaben um fast vier Jahre verzögerte, ist unter anderem einem Rechtsstreit mit der Stadt Mühlheim zu verdanken, der im Laufe des Verfahrens dann aber gütig beigelegt wurde.

Mit der gestrigen Eröffnung kommen die Betreiber, die Hahn-Gruppe und das Projektentwicklungsunternehmen ST Gewerbebau, ihrem geplanten Fachmarktzentrum ein Stück näher. 25 Millionen Euro investieren die Unternehmen in das Projekt.

Behinderungen auf der Mühlheimer Straße

Außer dem Heimwerker-Paradies hat sich Edeka als großer Ankermieter angekündigt. Die Mietverträge sind schon unterschrieben. Ab Herbst lockt das Gelände dann nicht mehr nur mit Baumaterial, Pflanzen und Gartengeräten, sondern auch mit Lebensmitteln. Für 15 bis 20 Jahre haben OBI und Edeka Verträge unterschrieben. Insgesamt soll eine Mietfläche von 17 500 Quadratmetern vergeben und von Mietern bezogen werden. 90 Prozent des Areals sei bereits vermietet, so die Betreiber. Wenn alles fertig ist, warten 526 Parkplätze auf die Kunden.

Der neue Heimwerkermarkt bietet auf einer Fläche von 5.880 Quadratmetern seine Waren an. Hinzu kommt ein 2.320 Quadratmeter großes Gartencenter und eine 2.600 Quadratmeter große Freifläche. Die Freifläche verfügt über ein Cabriodach, das sich bei schlechtem Wetter schließt und so Kunden und Waren vor Regen schützt. Auch ein Küchenstudio mit über 15 Musterküchen soll in den riesigen Baumarkt locken. 90 Mitarbeiter kümmern sich um den reibungslosen Ablauf.

Während der Bauarbeiten kommt es weiterhin zu Behinderungen auf der Mühlheimer Straße. Bis zum 30. Juni müssen Autofahrer mit Einschränkungen rechnen. Die Straßenführung muss so verändert werden, dass die Kunden in den Markt abbiegen können, ohne den Verkehr zu behindern.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Eröffnung“, bilanzierte Filialleiter Heiko Wirtz gestern Mittag. „Das Wetter spielt mit“, sagte er. Heute und morgen rechnet Witz mit ähnlichem Andrang. Bis Samstag öffnet der Markt von 7 bis 22 Uhr und gewährt auf jeden Einkauf 19 Prozent. Aber auch Konkurrent Toom rüstet seinen Baumarkt für den Frühling und den Kampf um die Kunden. Ab heute öffnet die Filiale im Ringcenter jeden Freitag bis 22 Uhr.

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