Dickes Lob für die Ladies

Offenbach - Es ist so etwas wie eine große Familie, die sich da gestern am Mainuferparkplatz breit macht. Und eine sportliche obendrein. Zwar markieren die phantasievoll bedruckten T-Shirts eindeutig, wer zu wem gehört, doch eines eint sie alle: Der Spaß am Drachenbootrennen. Von Matthias Dahmer

Weshalb sich bei bestem Sportwetter 26 Teams eingefunden haben, um den Main zwischen Isenburger Schloss und Lilipark mit ihren Paddeln aufzuwühlen. Dass es bei der neunten Auflage des Offenbacher Dragon Cups wegen des dicht gedrängten Veranstaltungskalenders weniger Aktive sind als in den Jahren zuvor, der Wettbewerb deshalb statt an zwei an nur einem Tag durchgezogen wird, ist der Stimmung nicht abträglich. Im Gegenteil. „Wunderbar, es regnet nicht, das ist heute alles ziemlich relaxed“, findet ein zufriedener Detlef Reissmann. Der Chef der SG Wiking, der zusammen mit Bruder Manfred und Vorstandsmitglied Stefan Schwarz wieder einmal die Vorbereitung des Spektakels perfekt gestemmt hat, darf zu Recht entspannt sein.

Als kleiner, aber feiner als in den Vorjahren, könnte man bezeichnen, was der Dragon Cup den rund 500 Teilnehmern zu bieten hat. „Diesmal steht der Sport in Vordergrund, die Mannschaften werden auch immer professioneller“, sagt Wiking-Vorsitzender Reissmann. Auf ein aufwändiges Beiprogramm haben die Macher verzichtet. Schon allein wegen des Zeitplans. Um alle Rennen fahren zu können, muss zwischen 9.30 und 17.30 Uhr alle 15 Minuten gestartet werden. Und das bei laufendem (Berufs-) Schiffsverkehr, wie Detlef Reissmann betont.

Bilder vom Drachenbootrennen

Drachenbootrennen auf dem Main

„Ein dickstes Lob geht an die Sportlerinnen. Viele starten nämlich sowohl in ihren Mannschafts-Booten als auch beim „Ladies-Cup“, dem Wettbewerb nur für Frauen-Teams. „Das heißt, die sind acht bis neun Mal am Start“, so Reissmann.

Für Rebecca Kampf und Michelle Völker zählt erstmal das nächste Rennen. Schließlich haben die beiden 17-Jährigen im Leserboot unserer Zeitung im ersten Lauf des „Beginners Cups“ den zweiten Platz belegt, machen sich Hoffnung darauf, dass es noch besser wird. „Vor zwei Jahren sind wir dritter geworden, letztes Jahr zweiter. Mal sehen, was heute passiert“, ist Michelle optimistisch.

Für Frank Weber, den stellvertretenden Leiter des Ordnungsamts, kann es nur noch aufwärts gehen. Für die „Offenbeach Main Dragons“, in deren Boot er sitzt, ist es nicht ganz so gut gelaufen im ersten Rennen. „Zu wenig Zeit zur Vorbereitung“, analysiert Weber lächelnd und nimmt es damit ebenso locker wie alle anderen Drachenbootler – schließlich steht der Spaß im Vordergrund.

Wer zwischen zwei Starts noch ein wenig an seiner Technik feilen will, ist bei Dr. Andreas Keppeler richtig: „Den Ellenbogen höher, den Fuß nach hinten, das sorgt für mehr Stabilität. So ist’s gar nicht schlecht“. Der Regatta-Arzt und Leiter des Sport- und Gesundheitszentrums der SG Wiking weiht den unter einem Zeltdach auf einem Paddel-Ergometer Sitzenden in die Geheimnisse des effektiven Vorwärtskommens in einem Drachenboot ein. Ob’s hilft?

Rubriklistenbild: © Georg/op-online.de

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