Entwicklung gemeinsamer Vision

Die Stabsstelle Digitalisierung in Offenbach hat ihre Arbeit aufgenommen

Auch im Bürgerbüro soll die Digitalisierung in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden. Von Online-Angeboten und optimierten Prozessen im Hintergrund sollen Bürger und Verwaltung profitieren. Archiv
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Auch im Bürgerbüro soll die Digitalisierung in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden. Von Online-Angeboten und optimierten Prozessen im Hintergrund sollen Bürger und Verwaltung profitieren. Archiv

Offenbach – Es ist großes Aufgabenpaket, das man für Anne Schwarz und Marius Müller geschnürt hat. Zum 1. März haben sie mit der Stabsstelle Digitalisierung die Arbeit aufgenommen, sollen als solche zum einen die digitale Entwicklung der Stadtverwaltung und der Stadtwerke vorantreiben. Aber auch entsprechende Prozesse im Bereich E-Government, Entwicklung des Wirtschaftsstandorts, Stadtentwicklung, Mobilität, Energie und Bildung sollen künftig von der Stabsstelle begleitet werden.

„Digitalisierung ist nichts, was man verschlafen darf“, betont Oberbürgermeister Felix Schwenke, der die Aufgaben der neu eingerichteten Stelle und deren Bedeutung für die Stadt verdeutlicht. Was die Wichtigkeit der Digitalisierung auf allen Ebenen anbelangt, stimmen dem OB auch Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther, Bürgerbüroleiterin Martina Fuchs und Beate Röschmann, Leiterin der AG Digitalisierung, zu.

„Ich will logischerweise, dass Offenbach da gut aufgestellt ist“, so der OB. Er nennt Beispiele: Busse, die nur dann kommen, wenn sie gebraucht werden, Online-Dienste für die örtliche Gastronomie, digitale Verkehrssteuerung in Echtzeit, Online-Angebote des Bürgerbüros. All das und vieles mehr seien Ziele, die sowohl Bürgern, Wirtschaft als auch Mitarbeitern von Stadtverwaltung und Stadtwerken zugute kommen. „Wir können so etwa CO2 einsparen und zum Klimaschutz beitragen“, erläutert Schwenke. Gleichzeitig sei die interne Prozessoptimierung essenziell für eine arme Stadt, um die personellen Ressourcen optimal zu nutzen. Für die Bürger bedeuten die meisten dieser Zukunftsvisionen vor allem einfachere Abläufe und Zeitersparnis.

Anne Schwarz
Marius Müller

Mit Anne Schwarz und Marius Müller soll die Umsetzung all dessen ein Stück näher rücken. Anne Schwarz und Marius Müller sind 40 und 27 Jahre alt, beide sind spezialisiert auf Digitalisierungsprozesse und Smart-City-Entwicklungen. In der Stabsstelle teilen sie sich eine Vollzeitzeitstelle. Kennengelernt haben sich Schwarz und Müller bereits durch die gemeinsame Arbeit in einem digitalpolitisch engagierten Verein. Beide suchten nur eine halbe Stelle, beschlossen darum, sich als Tandem zu bewerben.

„Unsere Aufgabe sehen wir darin, Fäden zusammenzuführen, im Auf- und Ausbau eines Netzwerks aller Akteure“, sagt Anne Schwarz. Insbesondere soll die Stabsstelle auch beratend aktiv sein, etwa in Bezug auf Förderanträge, in der Verwaltung, aber eben auch außerhalb. „Digitalisierung betrifft alle Bereiche, wir wollen eine gemeinsame Vision entwickeln“, so Schwarz weiter. „Die Stadt soll so letztlich gestärkt werden, die Verwaltung effizienter arbeiten“, ergänzt Müller. Für ihre Arbeit steht ihnen vorerst ein Budget von 50 000 Euro zur Verfügung.

Der Start sei ihnen leicht gefallen. „Weil in Offenbach bereits viel passiert ist in dieser Hinsicht“, berichtet Anne Schwarz. Zum Beispiel durch die Arbeit der AG Digitalisierung, die aus Mitarbeitern von Stadtverwaltung und Stadtwerken besteht. Aber auch, weil in Offenbach generell viele bereits gute Ideen haben, um die Stadt digital nach vorne zu bringen, der Weiterentwicklung offen gegenüberstehen, auch in der Stadtverwaltung selbst. Die Experten sind zufrieden mit diesem „digitalen Mindset“. „Das ist etwas besonders in Verwaltungen“, sagt Müller. Von Vorteil sei aber etwa auch, dass in den vergangenen Jahren bereits Leitbilder formuliert wurden, mit denen man den Weg geebnet hat für digitalen Wandel, etwa das Zukunftskonzept Innenstadt und der Masterplan 2030. Grundsätzlich sei Offenbach im Vergleich zu Kommunen in der Umgebung ganz gut aufgestellt, so die Einschätzung von Marius Müller. Dennoch soll bis spätestens 2035 noch einiges passieren, so jedenfalls der Plan von OB Schwenke.

Der ist schon jetzt zufrieden mit der Arbeit seiner beiden neuen Mitarbeiter. Denn die haben wohl schon jetzt einiges geschafft. „Es wurde bereits eine erste Vorlage erarbeitet“, berichtet Verwaltungschef Schwenke. Um welches Vorhaben es sich allerdings drehe, könne er noch nicht verraten, das müsse zunächst noch intern besprochen werden. (Von Lena Jochum)

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