„Die Stadt war gut zu mir“

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Kurt Busch wird 90.

Offenbach - Den Ehrenbürger Kurt Busch sieht man nicht mehr tagtäglich mit der Aktentasche an der Hand durch die Straßen der Stadt eilen. Seinen 90. Geburtstag am 8. August begeht der vor kurzem noch so Geschäftige in der Ruhe eines Pflegeheims. Von Lothar R. Braun

Vielen Offenbachern wird die Lebhaftigkeit noch gewärtig sein, in der man ihn als leidenschaftlichen Pädagogen und als Politiker wahrgenommen hat. Die Bachschule und die Goetheschule hat er geleitet. Mit der Einrichtung einer freiwilligen Förderstufe an der Goetheschule ist er als ein pädagogischer Vorreiter in Erinnerung.

18 Jahre lang diente er der Stadt als Stadtverordneter. Von 1974 bis 1980 gehörte er als hauptamtlicher Dezernent für Schulen und Kultur dem Magistrat an. Als er in den Ruhestand ging, bescheinigte die CDU dem Sozialdemokraten Busch Fairness und verlässliche Sachlichkeit. Mit seinen Englischkenntnissen hat er sich so engagiert in die Partnerschaftsbeziehungen der Stadt eingeschaltet, dass der frühere Oberbürgermeister Gerhard Grandke ihn einmal als einen „hervorragenden Repräsentanten der Europastadt Offenbach“ bezeichnete.

Busch ließ sich gern in Anspruch nehmen. Er arbeitete in der Volkshochschule und in anderen Bereichen der Erwachsenenbildung. Er gehörte dem Vorstand der Arbeiterwohlfahrt an und wirkte dort auch als Seniorenbeauftragter. Aufgewachsen ist er in Danzig als Kind gehörloser Eltern. Das versetzte ihn in die Lage, bei offiziellen und halboffiziellen Anlässen in der Gebärdensprache zu dolmetschen.

Was ihn zum Dienst an der Gemeinschaft antrieb, hat Kurt Busch einmal so formuliert: „Ich kam als heimatlos und obdachlos gewordener Kriegsversehrter nach Offenbach, und diese Stadt war gut zu mir. Dafür will ich mich revanchieren, so gut ich das vermag“. Zu den Zeichen der Anerkennung, die er damit erwarb, gehören das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die Ehrenplakette der Stadt und die Ernennung zum Ehrenbürger.

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