Auch Fachkräfte sind nur noch schwer zu finden

Restart in Rhein-Mains Industrie: Volle Auftragsbücher, aber keine Materialien

Rohstoffmangel sorgt für Probleme in Unternehmen.
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Rohstoffmangel sorgt für Probleme in Unternehmen.

Der Neustart ist auch in der regionalen Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach sowie im restlichen Rhein-Main-Gebiet zu spüren. Hier wächst der Optimismus, trotz einiger wachsender Probleme.

Offenbach – Mit dem Erreichen der Stufe 2 im Pandemie-Plan wird auch die regionale Wirtschaft wieder optimistischer. „Die meisten Unternehmen warten seit Wochen darauf, wieder richtig durchstarten zu können und haben sich intensiv darauf vorbereitet“, sagt Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach. „Die Aussicht auf ein Ende der Pandemie lässt den überwiegenden Teil der Unternehmen darauf hoffen, dass das wirtschaftliche Geschehen im Verlaufe des Jahres Fahrt aufnehmen wird.“

Demnach gehen 29 Prozent der Unternehmen von einer besseren Geschäftslage in den kommenden Monaten aus, 47 Prozent erwarten keine Veränderung.

Mangel an Rohstoffen bremst Rhein-Mains Unternehmen aus

Doch es gibt auch Pessimisten: So gehen 24 Prozent von schlechteren Umsätzen aus. „Es bestehen für viele Unternehmen weiterhin noch Einschränkungen, die ein auskömmliches Wirtschaften schwer machen“, erklärt Weinbrenner und verweist auf Testpflicht in der Gastro und Beschränkungen in Tourismus- und Veranstaltungsbranche. Doch das größte Problem: Es mangelt an Rohstoffen. „Tatsächlich scheinen nahezu alle Unternehmen von der Verknappung betroffen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Besonders fallen neben den bekannten Produkten Stahl und Halbleiter die Kunststoffe auf.“

Stefan Füll, Präsident des Hessischen Handwerkstages, geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht von einer allgemeinen Mangelsituation im Handwerk über alle Branchen und Regionen hinweg. „Wir haben einen Mangel an Fachkräften, einen Mangel an Schulabgängern, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren, und nun haben wir noch einen Mangel an einer Vielzahl von Baumaterialien.“ Es fehle an Bauholz, Dämmmaterial, Plastikrohren, Stahl, Naturstein, Gips, Farbe und sogar Schrauben.

Die Folge: Betriebe, die während der Pandemie noch weitgehend durchgearbeitet haben, melden jetzt Kurzarbeit an, weil das Material auf den Baustellen nicht da ist. Ausbleibende Azubis wiederum fehlen in ein paar Jahren als Meisterinnen und Meister sowie Betriebsinhaber. Dennoch, so Füll, schaue man im Handwerk grundsätzlich verhalten optimistisch ins weitere Jahr. (Julia Oppenländer)

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