CDU-Stadtverordneter will endlich den Türkischen Pavillon renoviert sehen

„Die Zusagen waren da“

„Bemitleidenswerten Zustand“: Tobias Männche wartet auf die neuerliche Renovierung des Türkischen Pavillons. Foto: Georg

Rumpenheim - . Der Türkische Pavillon im Schlosspark. Eine unendliche Geschichte – zumindest in der Lokalpolitik. Zum wiederholten Mal nimmt der CDU-Stadtverordnete Tobias Männche die Stadt in die Pflicht. Von Martin Kuhn

Er sieht keine Fortschritte bei der Pflege und Restaurierung des Pavillons. Der sogenannte Staffagebau dient inzwischen wohl auch dem Offenbacher Wahlkampf: Mit dem Näherrücken des Wahltermins für den Posten des Oberbürgermeisters erhöht sich die Zahl der Pressemitteilungen seitens der Union, die den Amtsinhaber betreffen und kritisieren. Erst im März insistierte Männche in der Sache.

Der Pavillon wurde ausweislich der Literatur zu Schloss Rumpenheim 1855 auf der Pariser Weltausstellung durch einen Sohn des Landgrafen Friedrich erworben. Ein Foto, das zwischen 1860 und 1865 aufgenommen wurde, zeigt ihn bereits eingewachsen. Der Pavillon ist einer von zahlreichen Staffagebauten, mit denen der Park im Sinn des englischen Landschaftsgartens einstmals geschmückt war. Er ist das einzige Bauwerk aus Holz, das sich bis heute dort erhalten hat. 2004 nahm die Stadt gut 90 000 Euro in die Hand, um den Türkischen Pavillon zu renovieren – seit diesem Zeitpunkt gibt es Ärger.

Fakt ist: Der Lack blätterte nach kurzer Zeit ab. Auf dem Dach, fächerartig in Weiß und Grün gestrichen, platzen und wellen sich vor allem die weißen Bereiche. Männche sagt: „Der Pavillon befindet sich nach wie vor in einem mehr als bemitleidenswerten Zustand.“ Die Beschädigung seien wegen einer fehlerhaften Reinigung des Daches bereits 2008 verursacht worden. Laut Angaben des Magistrats sei für Sommer 2009 ein Neuanstrich des Daches des Pavillons vorgesehen gewesen. „Zwei Jahre sind inzwischen vorüber, bis heute ist von einer Erledigung nicht einmal ansatzweise etwas festzustellen“, so Tobias Männche weiter.

Auf eine Anfrage Männches habe der Magistrat am 4. Februar 2009 geantwortet, mit den betroffenen Maler- und Reinigungsfirmen eine Regelung zum Neuanstrich des Pavillons getroffen zu haben. „Finanzmittel und Zusagen waren also da.“ Für den Rumpenheimer steht fest: „Der Türkische Pavillon verfällt nach der fehlerhaften Reinigung der Stadt immer weiter – eine Sicherung der eigenen Investitionen sieht anders aus. Irgendwas ist faul bei diesen Vorgängen. Entweder will der Oberbürgermeister sein Versprechen nicht einlösen oder er kann es nicht.“ Im März hatte das Bauamt dagegen gehalten: Die mittlerweile beauftrage GBM sei vergangenes Jahr vom frühen Wintereinbruch an der Ausführung gehindert worden. Deshalb werde der Pavillon nun gestrichen, sobald die Witterung warm und stabil genug sei.

Zudem bemängelt der Christdemokrat, dass ein mit breiter Mehrheit am 1. Juli 2010 gefasster Grundsatzbeschluss zum Parkpflegewerk nicht umgesetzt wurde. Das einzige, was sich in dieser Zeit sichtbar verändert habe, sei die Aufstellung von Sitzbänken, die aber von Stil und Aussehen her nicht zum Schlosspark passen. „Das ist für mich auch nicht weiter verwunderlich, diese Arbeiten wurden ohne jede Einbindung BIR ausgeführt, wie mir dort mitgeteilt wurde.“

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