Diebstahl und Tod eines Vierbeiners

Nicht gut behütet: „Chip“ in Hanau tot aufgefunden

+
Der Australian Shepherd „Chip“: Aus dem Tierheim entwendet, später tot aufgefunden.

Offenbach - Eigentlich kennt man es andersrum: Besitzer setzen ihre einst liebsten Gefährten, denen sie überdrüssig geworden sind, am Tierheim aus. Nicht so am Wochenende. Der Offenbacher Tierschutzverein meldet den Diebstahl eines Vierbeiners.

Die Geschichte nimmt kein gutes Ende: „Chip“ ist tot. Abgesehen haben es die Diebe in der Nacht zum Sonntag wohl gezielt auf den zweijährigen, australischen Schäferhund. Jürgen Eichenauer, Vorstand des Tierschutzvereins, ist am Tag danach fassungslos: „Das hat keiner im Vorbeigehen gemacht; da hat es spezielles Werkzeug gebraucht.“ Nachmittags meldet er sich erneut, diesmal konsterniert: „Chip ist tot.“ Der Information hat er aus dem Tierheim Hanau; Details kennt er nicht. „Das muss jetzt alles genau untersucht werden.“

Fest steht: Die Täter gehen mit erheblicher Energie vor. Sie haben Sichtschutzplatten demontiert, einen Maschendrahtzaun aufgeschnitten und zu guter Letzt den eigentlichen Freilauf mit Stabgitterzäunen aufgeschraubt und weitere Bleche herausgebrochen. Eichenauer sagt: „Die Dreistigkeit und Energie, die benötigt wurde, um den Hund herauszuholen, ist schon enorm.“ Es lässt sich trefflich spekulieren über die Motivation der Einbrecher –erst recht nach dem Tod des Shepherd. Offenbar haben sie es speziell auf „Chip“ abgesehen, der seit gut einem Jahr im Tierheim ist. Für die übrigen zwei Dutzend Hunde auf der weitläufigen Anlage am Wetterpark interessieren sie sich nicht.

Ein abgewiesener Interessent?

Ist’s vielleicht ein abgewiesener Interessent gewesen? „Möglicherweise“, mutmaßt der Vorstand noch morgens, der betont, dass das Tierheim genau berät und schaut, ehe es ein Tier einem neuen Besitzer in die Hände gibt. „Wir sind schließlich kein Flohmarkt.“ Fest steht: Der ehemalige Eigentümer kommt nicht in Verdacht: „Der war nach eigenem Bekunden mit ,Chip’ überfordert.“

Da der Australian Shepherd für die Hütearbeit gezüchtet wurde, gehören Hunde dieser Rasse nur in die Hände von aktiven, sportlichen Besitzern, die sie beschäftigen und auslasten können; Spazierengehen allein reicht nicht aus. „Er ist aber ein lernfreudiger, temperamentvoller Hund“, sagen die Mitarbeiter des Tierheims. Und dann ergänzen sie traurig: „Seine Freundlichkeit gegenüber Menschen war in der letzten Nacht leider nicht angebracht.“ Im Internet hatte der Verein bereits eine große Suchaktion angestoßen – mit riesiger Resonanz, aber nicht mit dem gewünschten Ergebnis.

Nicht der erste ungebetene Besuch am Buchhügel

Lesen Sie dazu auch:

Gestohlener Hund tot aufgefunden

Einbruch im Offenbacher Tierheim: „Chip“ ist weg

Es war nicht der erste ungebetene Besuch am Buchhügel. Im vergangenen Jahr registrierten die Tierschützer drei Einbrüche, die jeweils zur Anzeige gebracht wurden. Einmal drangen Einbrecher durch die Zwinger ins Haupthaus ein. Beute: knapp 20 Euro aus einer Spendenbox. Dann wurde zwei Hunde „befreit“, die die Offenbacher Feuerwehr am darauffolgenden Tag in der Nähe wieder eingefangen hat. Beim dritten „Bruch“ nahmen die Unbekannten erneut einen Vierbeiner mit. „Der wurde kurze Zeit später in Hanau ausgesetzt und kam wieder zu uns“, erinnert sich Jürgen Eichenauer.

Und was folgt nach dem neuerlichen Einbruch? Jetzt wird sich zunächst der Vorstand beraten. Eine Option: Die Hunde dürfen nachts den Freilauf nicht mehr nutzen, sondern müssen in ihren Zwingern blieben. „Schade, ausgerechnet bei den hochsommerlichen Temperaturen.“ Aber wohl der sicherste Ort für die Vierbeiner.

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

mk

Kommentare