Dieter Faulenbach da Costa hat die SPD verlassen

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Offenbach - Häufiger als er war in den vergangenen Wochen und Monaten kein Offenbacher im Fernsehen: Dieter Faulenbach da Costa galt den Sendern als Flughafenexperte schlechthin, wenn es um das Debakel des Flughafens Berlin ging.

Für die CDU-Oppositionsfraktion im Brandenburgischen Landtag hatte der Sozialdemokrat ein Gutachten geschrieben, in dem er große Probleme beim neuen Hauptstadtflughafen prognostizierte. Die dortige SPD-Fraktion bezeichnete das Papier als unglaubwürdig.

Aber nicht deswegen kehrt der Genosse nun seiner Partei den Rücken und will fortan die hessische Linkspartei unterstützen, ohne dieser allerdings beizutreten. „Die Linke war als einzige Partei immer klar gegen den Flughafenausbau“, begründete er gestern. Den Grünen traut er nicht zu, in einer Koalition mit der SPD die Flughafen- zu einer Gretchenfrage werden zu lassen.

Mit Lust und Leid

Mit Lust und Leid habe er in 47 Jahren die SPD ertragen, erklärt der 68-jährige Architekt und Flughafenplaner, der in Offenbach einst als ehrenamtlicher Stadtrat wirkte und dem Magistrat heute als Berater im Kampf gegen den Fluglärm dient. Die Hessen-SPD sei aber durch ihr vorbehaltloses Einschwenken auf das untaugliche Mediationsergebnis mitverantwortlich für die hohe Fluglärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet. Erst vor kurzem hatte SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel verbreitet, das Nachtflugverbot lasse sich wohl nicht mehr erweitern. Faulenbach ärgert, dass der Spitzenkandidat die laufende Klagen der Stadt Offenbach nicht berücksichtigt.

Dass die SPD Arbeitsplätze über die Gesundheit stelle, sei ethisch und moralisch verwerflich, schimpft Faulenbach. Den erweiterten Flughafen hält er ohnehin für zu groß. Das Verkehrsaufkommen sei im vergangenen Jahr hinter allen Prognosen zurückgeblieben, obwohl der Flugverkehr in Deutschland insgesamt gewachsen sei.

tk

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