Dieter Müller: „Der Ball als Freund“

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Dieter Müller gibt den Kindern nicht nur effektive Tipps und Hilfestellungen – der Ex-Spitzenkicker macht selbst mit.

Offenbach - Energische Kommentare wie „unsauberes Zuspiel“ oder „falsche Schrittfolge“ waren gestern in der Turnhalle der Friedrich-Ebert-Schule immer wieder zu hören. Von Sabrina Kristen

Insgesamt 21 Kinder besuchten die Trainingsstunde des ehemaligen Fußballstars und langjährigen OFC-Präsidenten Dieter Müller. Die besten sieben der Dritt- und Viertklässler dürfen kostenlos das Feriencamp seiner Fußballschule auf der Ronneburg besuchen. „Am liebsten würde ich alle Kinder mitnehmen, aber das geht ja leider nicht“, bedauert Müller. In jedem Jahr sucht er an fünf Schulen in Hessen nach Kindern, denen er ein Training in seinem Fußballcamp ermöglicht. Auf diese Weise sollen auch Talente aus Familien, die sich die Teilnahme sonst nicht leisten können, Gelegenheit haben, mit dem Ex-Profi zu trainieren. „Ich sehe schon meistens in den ersten 20 Sekunden, ob jemand was kann oder nicht“, lacht Müller, der zwölf Jahre lang Präsident von Kickers Offenbach war. Nicht verwunderlich, hat er doch bislang weit mehr als 5000 Kinder trainiert.

„Ich bin überglücklich meinen Bruder wieder so fit und voller Energie zu sehen“, freut sich Müllers Schwester Stefani. Nach seinem Herzinfarkt im Herbst 2012 lag der Sportler zunächst im Koma. Anbetracht dieser Tatsache scheine die schnelle Genesung wie „ein Wunder“, so die Schwester des einstigen Top-Fußballers.

Die Nervosität bei den Schülern ist groß, doch mit witzigen Sprüchen lockert Müller schnell die Stimmung. Ganz Lehrer ist er allerdings bei den Übungen zur richtigen Ballführung. Mit wertvollen Tipps will er die Technik der Kinder verbessern. „Seht den Ball als euren Freund und nicht als Feind“, betont der Profi gegenüber seinen Schülern. Er will den Kindern begreiflich machen, dass neben Talent auch viel Fleiß und Übung nötig ist.

Die Rekordspieler der Bundesliga

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Die Kinder sind mit vollem Einsatz dabei. Beim Schießtraining wird bei jedem Tor laut gegrölt und geklatscht. Müller freut es, dass auch weibliche Fußballfreunde zur Trainingsstunde erschienen sind. Von der Begabung dreier Mächen ist der frühere Fußballprofi sogar so begeistert, dass sie einen der sieben Plätze im Feriencamp erhalten. Aber die anderen Teilnehmer gehen nicht leer aus: Mit einer Urkunde und einem Autogramm ausgestattet, war der Tag auch für sie ein voller Erfolg.

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