Haft für Drogendealer

In der Disco Ecstasy verkauft

Offenbach - Das Amtsgericht Offenbach hat einen 27-Jährigen wegen des Handels mit Ecstasy zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Der Mann war im April dieses Jahres dem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in einer Offenbacher Disco aufgefallen, als er Drogen verkaufte. Der Wachmann rief die Polizei zur Hilfe, während er den 27-Jährigen festhielt. Bei der Durchsuchung des Mannes wurde die Polizei fündig. Er hatte unter anderem 28 Ecstasy-Tabletten und zirka 100 Euro Bargeld dabei.

Der Angeklagte, der im Odenwald wohnt, lebt seit Jahren von Hartz IV und kann eine erhebliche Vorstrafenliste vorweisen. So hatte er auch schon längere Zeit im Jugendstrafvollzug verbracht.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck wies darauf hin, dass der Verkauf von Drogen schnelles Geld bringe. Wenn jemand jedes Wochenende in Discos etwa 100 Ecstasy Tabletten verkaufe, erziele er im Monat unversteuert einen Gewinn von bis zu 1200 Euro. Wenn er dann zusätzlich Hartz IV kassiere, stelle er sich besser als mancher, der einer geregelten Arbeit nachgehe.

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Der Angeklagte wollte das Gericht glauben machen, dass er die Disco mit Freunden aufgesucht habe und diese ihn beauftragt hätten, einen Dealer ausfindig zu machen, bei dem sie sich mit Ecstasy hätten versorgen können. Gerade nachdem er einen solchen gefunden und die 28 Tabletten erworben habe, sei er festgenommen worden.

Diesen Bären wollte sich das Gericht jedoch nicht aufbinden lassen. Zum einen hatte der Sicherheitsmitarbeiter beobachtet, wie der Angeklagte mehrfach von verschiedenen Personen angesprochen wurde und nach kurzem Gespräch diesen etwas in die Hand drückte. Zum anderen konnte der Mann keinen einzigen Freund mit Namen benennen. Zudem war der Angeklagte wegen Drogenhandels vorbestraft und seine Bewährungszeit gerade abgelaufen. Weil es letzlich keine positive Sozialprognose erkennen konnte, schickte das Schöffengericht den Angeklagten ins Gefängnis. (mad)

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