Verletzte schweigen

Disco in Offenbach von Bande gestürmt?

Offenbach - Die Gastronomie in der parallel zur Berliner Straße verlaufenden Bahnhofstraße ist schon häufiger im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in die Schlagzeilen geraten.

Ein Club in der Bahnhofstraße in Offenbach ist seit August 2012 in türkischem Besitz. Die Polizei kann nun nicht ausschließen, dass der in der ganzen Region angesagte und offensichtlich florierende Laden ins Visier organisierter Krimineller geraten ist.

Henry Faltin, Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Präsidium, bestätigt auf Anfrage, dass es am frühen Morgen des 14. September „zu einer erheblichen Auseinandersetzung“ kam. Ein Großaufgebot von Polizisten sei an Ort und Stelle gewesen, eine „Bereichsfahndung“ sofort eingeleitet worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen habe die Kripo aber bislang darauf verzichtet, die Öffentlichkeit zu informieren. Die Beamten des zuständigen Kommissariats – ob es die Abteilung für Organisierte Kriminalität ist, wird nicht verraten – recherchierten in alle Richtungen.

Aussage verweigert

Im November 2002 richteten Unbekannte in der Einfahrt zur Hausnummer 14 den Besitzer der damaligen Diskothek „Madonna“ mit Kopfschüssen förmlich hin – durch die Heckscheibe seines 560er-Benz hindurch. Der Fall wurde nie gelöst. Im Juni 2004 musste die großräumige Nachbarschaft ihre Häuser räumen, weil nahe des Clubs eine professionelle Bombe mit einem Kilo modernstem Sprengstoff deponiert worden war.

Beteiligte hüllen sich laut Faltin in Schweigen. Registriert sind bislang fünf zum Teil schwer, aber wieder aus dem Krankenhaus entlassene Verletzte: 52, 24, 33, 24 und 35 Jahre alt, alle mit türkischem, teils türkisch-irakischem Migrationshintergrund. Keiner sagt etwas aus; unklar ist, bei wem es sich um einen Angreifer und bei wem um jemanden handelt, der sich nur verteidigt hat. Festnahmen gab es keine. Die Polizei will sich auf keine Spekulationen über die Hintergründe einlassen. Offen bleibt aus dieser Richtung, ob sich an der Bahnhofstraße ein Bandenkrieg abgespielt hat, ob Rivalitäten im Türstehermilieu dahinter stecken oder ob es um Schutzgeld ging.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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