Banken: Hinweis bei Konto-Überziehung

Dispozinsen den Kampf angesagt

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Offenbach - Nach wie vor ärgern sich Verbraucher über hohe Dispozinsen - im Schnitt elf Prozent. Dabei liegen die Zinsen auf einem Rekordtief. Jetzt kommt Bewegung in die Debatte, wie eine Umfrage bei Banken ergab. Von Marc Kuhn und Achim Lederle

Nach Commerzbank und ING Diba haben nun auch mehrere Sparkassen angekündigt, Kunden bei regelmäßiger Überziehung des Kontos schriftlich zu warnen und ihnen günstigere Alternativen anzubieten. Zudem streichen einige Sparkassen den Überziehungszins, der bei Überschreitung des Dispos noch obendrauf kommt. Das ergab jetzt eine Umfrage.

Banken in Stadt und Kreis Offenbach helfen ihren Kunden oft schon, bevor sie in die Zinsfalle tappen. „Seit dem 22. August wird auf den Kontoauszügen der Commerzbank ein Dispo-Warnhinweis angezeigt“, sagte Thorsten Zimmer, Filialdirektor der Commerzbank in Offenbach, unserer Zeitung. Auf den Auszügen steht: „Ihr Konto weist aktuell einen negativen Kontostand auf. Dafür bezahlen Sie Zinsen. Planen Sie, diesen Saldo länger in Anspruch zu nehmen? Dann lassen Sie sich bei uns über mögliche Alternativen beraten“.

Die Berater würden regelmäßig die Dispo-Limits ihrer Kunden überprüfen, berichtete Dirk Hellmuth, Filialdirektor der Deutschen Bank in Offenbach. „Sobald wir erkennen, dass unsere Kunden über einen längeren Zeitraum im Dispo sind, bieten wir eine Beratung an und machen ihnen ein Umschuldungsangebot auf den deutlich günstigeren Ratenkredit.“ Der Vorstands-Chef der Sparkasse Offenbach, Guido Braun, erläuterte, bei seinem Institut würden seit jeher Kunden, die dauerhaft den Rahmen des Dispositionskredites nutzen, angesprochen. Gemeinsam werde nach Lösungen gesucht. „Deshalb sind derzeit von uns keine weiteren besonderen Maßnahmen für ein Warnen der betroffenen Kunden geplant“, sagte Braun. „Einen erhöhten Überziehungszinssatz haben wir bei der Sparkasse Offenbach übrigens bereits seit dem 1. Mai abgeschafft.“

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Die Sparkasse Langen-Seligenstadt will laut Sprecher Walter Metzger ab 1. November auf den Überziehungszins verzichten. Für Dispokredite seien zwischen 8 und 12,94 Prozent Zins fällig. Bei Umschuldungsangeboten gehe das Institut aktiv auf Kunden zu. „Eine Abschaffung der Überziehungszinsen planen wir derzeit nicht“, sagte Jürgen Weber, Vorstandschef der Sparda-Bank Hessen. „Es ist so, dass Risikoaufschläge wichtig sind, um höhere Ausfälle in diesem Bereich kompensieren zu können.“ Zu den Dispozinsen sagte Weber, die Sparda-Bank führe mit Kunden regelmäßig Gespräche, um auf Finanzinstrumente hinzuweisen, die günstigere Konditionen böten - beispielsweise Konsumentenkredite.

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