Mit Bühne und Böschung

Domizil für Hafen 2 nimmt Gestalt an

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Der erste Baum ist gepflanzt, rechts entstehen die Gebäude, links am Main die Flächen für Bühne und Böschung: Das neue Domizil des Hafen 2 wächst.

Offenbach - Es gibt Ortstermine in der Stadt, da haben die Offiziellen dank des Fluglärms Schwierigkeiten, den Umstehenden ihre Botschaft zu vermitteln. Gestern ist das trotz bester Lage unter der Einflugschneise am Rande des neuen Hafenquartiers anders. Von Matthias Dahmer

Am Wind liegt’s nicht, der weht wie meistens aus Westen. Also muss doch der prominente Gast was gedreht haben, mutmaßt ein Pressevertreter im Scherz.

Der damit angesprochene Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, übergeht das auf dem neuen, noch einer Baustelle gleichenden Gelände für den Kulturtempel Hafen 2 mit einem Lächeln. Mit 150.000 Euro sponsert der Fraport-Umweltfonds die künftigen Grünflächen des Domizils am Nordring 129. Deshalb spricht Schulte lieber davon, dass man so zur Attraktivitätssteigerung der Einrichtung und damit der ganze Stadt beitragen kann. Überhaupt engagiere sich Fraport, was das Sponsoring angehe, alleine in Offenbach im Millionbereich. In diesem Jahr würden 35 Projekte unterstützt, teilt Schultes Presseteam mit. Aus dem Umweltfonds, in dem jährlich 1,5 bis 2 Million Euro zur Verfügung stünden, seien 2012 insgesamt 560.000 Euro in 21 Projekte in Stadt und Kreis geflossen.

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Oberbürgermeister Horst Schneider will unbequemen Fragen und in der Stadt kursierenden Vorwürfen vorbeugen. Er habe „null schlechtes Gewissen“ wegen der Fraport-Spende. Dass man sich damit etwas abkaufen lasse, sei „purer Unsinn“, so Schneider. Für ihn wie für Schulte, hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Das seien zwei Seiten einer Medaille, und er hoffe auf noch mehr Fraport-Sponsoring, sagt Schneider. Stefan Schulte formuliert: Zu einem guten Unternehmen gehöre es, sich einzubringen und nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen.

Ende des Jahres soll der Neubau fertig sein

Bereits Ende des Jahres soll der Neubau für den Hafen 2 fertig sein, Anfang März 2013 wollen die Kulturmacher vom alten Lokschuppen Richtung der angesagten Clubs MTW und Robert Johnson auf das 5000 Quadratmeter große Gelände am Eingang des Hafenbeckens umziehen. Auf dem Areal schräg gegenüber dem Beach-Club entstehen derzeit am Nordring die rund 300 Quadratmeter große Veranstaltunghalle sowie ein Richtung Fluss vorgelagerter Flachbau, der ein 80 Quadratmeter großes Café plus Sanitärräume beherbergen wird. Sahnehäubchen des neuen Areals ist eine mobile Bühne unmittelbar am Ufer. Künftige Zuschauer können von einer abgeflachten, halbrunden Rasenböschung aus auf sie blicken. Rund um die Gebäude entsteht eine große öffentlich nutzbare Erholungfläche, die Möblierung des vorherigen Hafen 2 soll auf dem neuen Gelände ebenso ihren Platz finden, wie die Schafe und Gänse.

Oberbürgermeister Horst Schneider ist überzeugt, dass die „Patina“ des alten Hafen 2 aufs neue Gelände hinübergerettet werden kann, findet zugleich, es sei eine Qualitätssteigerung gelungen. Daniela Matha, Chefin der Stadttochter OPG, die das Gelände entwickelt, ist überzeugt davon, dass man mit dem Projekt eine große Chance ergriffen habe. Sie verspricht: „Die Eröffnungsparty im Frühjahr wird ihresgleichen suchen.“

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