Der doppelte Feiertag

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Das Offenbacher Ringcenter war am Samstag Ziel ungezählter Partygäste. Größter Pegelausschlag am Abend: die Teenietruppe „Queensberry“.

Offenbach - Üblicherweise sendet „Hit Radio FFH“ Staumeldungen fürs Hessenland nur über den Äther und sorgt nicht selbst für den berüchtigten stockenden Verkehr. Wenn aber doch einmal, hat das in der Regel einen ungleich schöneren Grund als eine Bau- oder eine nicht geräumte Unfallstelle. Am Samstag, Tag der deutschen Einheit, war‘s die mit FFH-Hilfe zu einem Feiertags-Festival entwickelte Geburtstagsparty des Offenbacher Ringcenters. Von Marcus Reinsch

Wie sehr der Konsum-Komplex am Odenwaldring und die Kundschaft seit der Eröffnung vor zehn Jahren zusammengewachsen sind, zeigte sich schon zur Mittagszeit am Drumherum: Der unerschütterliche Glaube ans persönliche Parkplatz-Glück ließ bemerkenswert viele motorisierte Geburtstagsgäste erst eine Runde im von flatternden Absperrband durchzogenen Viertel drehen. Bevor sie dann doch den Hinweis des Geburtstagskindes auf die vorübergehende Umwidmung des Parkplatz-Großteils zur Partymeile und kostenlose Shuttlebusse zwischen Mainuferparkplatz, Nassem Dreieck und Festgelände beherzigten.

So feierte das Ringcenter Geburtstag

Zehn Jahre Ringcenter

Andere ließen die Autoschlüssel lieber gleich zuhause, nahmen Bahn und Bus oder absolvierten eine Völkerwanderung zum Odenwaldring. Und wurden für solche Vernunft belohnt. Das Ringcenter hatte seine Publikumsmagnete großzügig in und vor seinen Mauern verteilt, bescherte der Region einen entspannten Feiertag. Das nicht alleine mit Blick auf die engagierten Unterhaltungsprofis, sondern auch mittels Befreiung vom Zwang, die Wochenendeinkäufe schon am Freitag zu erledigen. Die Öffnung der Läden sorgte zwar für manche Kleinstkarambolage zwischen unbeirrbaren Einkaufswagen-Chauffeuren und Fest-Flaneuren, garantierte aber ein ganzheitliches Erlebnis.

Abendliches Konzert mit „Queensberry“

Die meisten Besucher trugen am Ende freilich weniger üppige Lebensmitteltüten nach Hause als zufriedene Zwiebelkuchen- und Bratwurstbäuche und die Erinnerung an ein Fest, das hier Jubiläumsrummel war, dort Schnäppchenjagd und mittendrin, auf der riesigen FFH-Bühne am Parkplatz-Rondell, abendliches Kostenlos-Konzert mit „Queensberry“. Die Girlgroup hat bei „Popstars“ eine Kurzkarriere gewonnen und steht momentan in der Gunst der Castingshow-Klientel so weit oben wie seinerzeit Offenbachs „Superstar“-Gewinner Mark Medlock. Zum Kreischen, so oder so. Dem Ringcenter bescherte das Mädchenquartett einen weiteren deutlichen Pegelausschlag auf der Besucherskala.

An Gelegenheiten zum Stehenbleiben mangelte es der Jubiläums-Sause zu keiner Zeit. Von Beginn an hatten Entertainer diverser Disziplinen die Sache in Schwung gebracht. Clowns, Jongleure, Luftballonknoter fanden ihre Fans, in der Kinderbäckerei herrschte Andrang und am zu besichtigenden Feuerwehrauto sowieso. An jeder Ecke entwickelten Künstler und Verkäufer Sendungsbewusstsein, konkurrierten Produkte und Schallwellen miteinander. Drinnen auf der Bühne besang die Oldie-Formation „Sound Emotion“ eine „Pretty Woman“ mit Orbison-Schmacht, draußen präsentierten sich Tanzgruppen, der FFH-Dummfrager mühte sich um „geistreiche Antworten“, das Comedy-Talent Lisa Feller war angekündigt und Travestiestar „Olga Orange“ war, versprochenermaßen, einfach anders.

Der lauteste Gratulant aber war selbstverständlich FFH-Moderator Felix Moese. Er spielte Publikumsspielchen, brachte Preise von der Hautanalyse bis zu Edel-Handys unters Volk, hatte mit der glänzenden Partyband „Hot Stuff“ einen großen musikalischen Trumpf im Ärmel. Moese war quasi die erste Rakete des Feuerwerks, das das Ende des zehnten Ringcenter-Geburtstags nach zehn Stunden Party markierte.

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