Neubau

Drei neue Grundschulen für Offenbach – Details zu den Standorten

Das sind die Neuen: Das Bild zeigt farbig den An- und Neubau an der Ernst-Reuter-Schule, das Bestandsgebäude ist weiß.
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Das sind die Neuen: Das Bild zeigt farbig den An- und Neubau an der Ernst-Reuter-Schule, das Bestandsgebäude ist weiß.

Offenbach wächst rasant, und damit die Zahl der Schüler. Um dem steigenden Bedarf gerecht werden, baut die Stadt bis 2026 drei neue Grundschulen.

Offenbach – Mit gleich drei neuen Grundschul-Neubauprojekten will die Stadt Offenbach wachsenden Schülerzahlen Rechnung tragen. „Wir verzeichnen seit einigen Jahren ungewöhnlich starke Geburtenjahrgänge“, sagt Bau- und Schuldezernent Paul-Gerhard-Weiß. „Anders können die Schulen dem Ansturm aus den Kitas nicht standhalten.“ Im kommenden Schuljahr werden 1340 Erstklässler eingeschult, in vier Jahren werden es rund 1600 sein.

In den ursprünglichen Schulbedarfsplanungen wurde noch mit zirka 1100 Kindern pro Jahrgang gerechnet. „Es geht ständig bergauf“, sagt Stadtschulamtsleiter Thomas Löhr. „Auch wenn wir noch nicht auf dem Höchsttand von Anfang der 80er-Jahre sind, werden wir in allen Bereichen eine Stärkung brauchen.“ Schon jetzt muss die Stadt teils auf Interimslösungen zurückgreifen, etwa in Form von Container-Schulen. Diese Phasen, betonen die Verantwortlichen, sollen so kurz wie möglich gehalten werden.

Freie Flächen für Neubauten, vor allem in der Innenstadt, sind jedoch kaum vorhanden. Also müssen bestehende Schulen auf ihrem Gelände erweitert werden – eine planerische und architektonische Herausforderung. „Mit der IGS Lindenfeld haben wir eine solche Möglichkeit gefunden“, so Weiß. Im Bestandsgebäude der einstigen Bachschule wurden wegen des hohen Bedarfs erstmalig zwei erste Grundschulklassen eröffnet.

Grundschule in Offenbach: Neues Schulgebäude mit dem Altbau verbinden

An der Friedensstraße entsteht U-förmig um den Altbau eine zweizügige und zweigeschossige Grundschule für rund 200 Schüler. Ein Teil des sanierungsbedürftigen Altbaus wird abgerissen, um eine Verbindung zum Neubau herzustellen. „Das Treppenhaus erhält eine große Glasfassade, um so den Altbau erlebbar zu machen“, sagt die Projektverantwortliche Xenia Kooiker. Die Schulhöfe werden um die Gebäude herum ganz neu angelegt, für gefällte Bäume sind Ausgleichspflanzungen geplant.

So soll der künftige östliche Schulhofabschnitt der IGS Lindenfeld aussehen.

Bis zu 1000 Schüler können künftig die Einrichtung besuchen und ihren Abschluss an der Integrierten Gesamtschule machen, ohne die Schule gewechselt zu haben. Der Projektbeschluss für den Neubau steht im Juli an, Baubeginn ist im August 2022. Die Fertigstellung ist für August 2026 vorgesehen. 24,14 Millionen Euro kostet das Vorhaben die Stadt.

In Rumpenheim wird neben dem bestehenden Gebäude der Ernst-Reuter-Schule eine dreizügige Grundschule für rund 300 Schüler errichtet. Außerdem kommen zwei Anbauten hinzu – ein Mehrzweckraum und eine Cafeteria-Erweiterung. Der in mehrere Bauteile gegliederte Neubau soll als „Cluster“-Gebäude über ein flexibel nutzbares Raumgefüge verfügen. „Wir wollen damit wegkommen von der einstigen Flurschule hin zur Schule als Lebensraum“, erläutert der Projektverantwortliche André Bäppler. Die Kosten belaufen sich auf 15,65 Millionen Euro. Im September 2022 ist Baubeginn, im Januar 2024 soll der Neubau fertig sein.

Offenbach: Grundschule für 300 Kinder und eine Kita mit 124 Plätzen für Bieber-Nord

Im entstehenden Wohngebiet Bieber-Nord ist seit vergangenem Jahr die Interimsschule mit sechs Klassenräumen für 150 Schüler in Betrieb. Abgelöst werden soll sie zum Schuljahr 2023/24 durch einen Massivbau, mit dessen Errichtung im Januar 2022 begonnen wird. Neben einer dreizügigen Grundschule für 300 Schüler wird in zwei unabhängigen Gebäuden eine Kita entstehen. Diese bietet 124 Betreuungsplätze in sechs Gruppen, davon zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren.

Auch die neue Grundschule ist als „Cluster“-Bau geplant. „So kann man sich auch wechselnden Anforderungen besser anpassen, wie wir sie jetzt in der Pandemie erleben“, sagt der Projektverantwortliche Till Förster. Die Schule bietet neben einer Sporthalle eine Dachterrasse mit Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Die Kosten sind mit 31,2 Millionen Euro veranschlagt.

Für alle drei Projekte bemüht sich die Stadt um Fördermittel. „Es gibt auch Förderung für einzelne Aspekte, da wollen wir nichts unversucht lassen“, so Schuldezernent Weiß.

Der Zugang zur Sporthalle der Schule Bieber-Nord.

Mehr Schüler in Offenbach: Auch weiterführende Schulen werden benötigt

Auch im Norden wird es perspektivisch eng. Trotz der neuen Hafenschule ist die Stadt auf der Suche nach weiteren Grundschulräumen. „Unsere Blicke gehen zur Fröbelschule, sobald diese an die Mühlheimer Straße umgezogen ist“, sagt Schulamtsleiter Löhr. Momentan läuft die Hafenschule vierzügig, könnte laut Weiß aber auch fünfzügig. Noch größer habe man das Gebäude nicht bauen wollen. „Zudem können Schulbezirke angepasst werden, etwa auch in Richtung Goetheschule.“

Mehr Grundschulabgänger erfordern mehr weiterführende Schulen. Fürs geplante sechszügige Gymnasium auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs ist das Baurecht geschaffen. „Der Realisierungswettbewerb wird bald beginnen“, freut sich Weiß. (Veronika Schade)

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