Drei Rosen für Agatha

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Eine Woche, nachdem die sterblichen Überreste von Vater, Mutter und Tochter van Amerongen in Grüften unter dem Wilhelmsplatz gefunden wurden, haben sie ihre Ruhe im Grab des Sohnes und Bruders Gerard Godard auf dem Alten Friedhof wieder.

Offenbach ‐ Der gestrige Trauerzug auf dem Alten Friedhof dürfte nicht annähernd so groß gewesen sein wie anno 1807, als die jung gestorbene Agatha Baroness Taets van Amerongen in einer Gruft auf dem Areal des heutigen Wilhelmsplatzes zum ersten Mal zur ewigen Ruhe gebettet worden war. Von Marcus Reinsch

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Und auch kleiner als bei der Beerdigung ihrer Eltern, Joost Baron Taets van Amerongen 1817 und seiner Gemahlin Susanna Arnoldina 1826 in den Nachbargrüften. Doch dass die sterblichen Überreste von Vater, Mutter und Tochter vergangene Woche unter dem Wilhelmsplatz auftauchten und nun auf dem Alten Friedhof erneut beigesetzt wurden, hat auch Tröstliches: Nach dem Studium historischer Belegungspläne im Stadtarchiv fand sich auf dem Friedhof das Grab des ältesten der vier Brüder Agathas, Gerard Godard Baron Taets von Amerongen (1782-1858). Dort gelang nun quasi die Familienzusammenführung.

Sandstein-Grabstein bleibt unangetastet

Und jetzt wird es wohl wirklich ewige Ruhe werden; Offenbachs wunderschöner Alter Friedhof steht unter Denkmalschutz. Gerard Godards Sandstein-Grabstein, mitsamt Schrift bis zur Unkenntlichkeit verwittert, bleibt unangetastet. Peter Walther, Chef des städtischen Dienstleisters ESO, hat eine Gedenktafel zugesagt. Und die evangelische Dekanin Eva Reiß war sich gestern sicher, dass „die Toten im Reich Gottes gut aufgehoben sind und jetzt vielleicht über uns schmunzeln.“ Und sich möglicherweise über einen letzten Gruß Walthers und der Friedhofsleiterin Gabriele Schreiber freuen - drei weiße Rosen.

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