Drei unter einem Dach

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Hell erleuchtet steht der Vereinsraum der SG Wiking auf dem winterlichen Tambourareal, daneben die neuen Begegnungsstätten des FC Bieber (links) und von Kickers Offenbach. 800 Jugendliche werden das Sportzentrum „Wiener Ring“ künftig nutzen und mit Leben füllen.

Offenbach - Graffitis an der mit Patina überzogenen Wasserrutsche, Sprossen, die zwischen Betonplatten hervortreiben: Von Sebastian Faerber

Die großen Bilder, die Oberbürgermeister Horst Schneider den drei Vereinen zur offiziellen Einweihung der neuen Gebäude am „Wiener Ring“ überreicht, halten ein Stück Geschichte fest.  Wo nun die Sportler der SG Wiking, des FC Bieber und der Offenbacher Kickers kicken, planschten bis zur Schließung 1994 die Besucher des Tambourbads.

„Als alter Offenbacher tat mit das ein wenig leid“, sagt Schneider im neuen Domizil der Wiking-Fußballer. „Andererseits heben wir den Breitensport und den Mädchenfußball mit diesem Sportzentrum auf eine höhere Stufe“, stellt er sich hinter das Projekt. Die Bilder, die der Verwaltungschef den Klubs schenkt, sollen dem Nachwuchs den historischen Hintergrund stets vor Augen führen.

Zwar werden die letzten Arbeiten auf dem gut zwölf Hektar großen Zentrum erst im März 2011 abgeschlossen sein, aber der Nachwuchs nutzt das erweiterte Sportzentrum bereits seit November. Die Vereinsheime befinden sich in einem Gebäude, das in drei Quartiere unterteilt ist – das summiert sich auf 330 Quadratmeter. „Bei uns steht das Wort Vereinsheim im Vordergrund“, sagt Detlef Reissmann (SG Wiking) über die neue Begegnungsstätte. Denn im Gegensatz zu den Kickers, die ein Büro einrichten möchten, ist das Heim für die Wikinger sozialer Treffpunkt, in dem Vereinsleben zelebriert werden soll.

FC Bieber hat Umzug bereits hinter sich

So haben sich handwerklich begabte Mitglieder gleich der Inneneinrichtung gewidmet – mit einer kleinen Küchenzeile und einer zentralen Theke. Zwar habe sich der Fußballclub räumlich verkleinert: „Eine Weihnachtsfeier mit 100 Leuten können wir hier nicht mehr abhalten“, so Vorsitzender Reissmann. Aber komfortabler als das Provisorium auf dem Tambourgelände „sind die neuen Räumlichkeiten allemal“.

Der OFC hingegen wird die Räume nicht für gesellschaftliche Zwecke nutzen. Ein Geschäftszimmer für die Nachwuchsabteilung, ein Besprechungsraum für Mannschaftssitzungen, Trainerschulungen sowie ein kleiner Raum für interne Gesprächsrunden sind geplant. „Anders als unsere neuen Nachbarn am Wiener Ring sind wir aufgrund der Baumaßnahmen nicht obdachlos geworden und müssen nicht sofort umziehen. Wir nutzen die dafür besser geeignete Zeit in der pflichtspielfreien Winterpause für einen sukzessiven Umzug“, so Jugendleiter Gerhard Schweier. Sukzessiv deshalb, weil bis Sommer 2011 auch noch am Bieberer Berg Spiele ausgetragen werden.

Der FC Bieber hat den Großteil des nervenraubenden Umzugs bereits hinter sich. Bei den Bieberern wird das Vereinsheim von allen Teams genutzt, vorwiegend für Spieler- und Jugendsitzungen. Aber auch dem Vereinsleben soll sie neue Heimat Obdach bieten. Eine Theke mit Barhockern und eine Küche mit Herd und Spüle warten auf erste gesellschaftliche Ereignisse.

Aus den drei Vereinen trainieren gut 800 Jugendliche, organisiert in 27 Mannschaften, auf den Kunst- und Rasenplätzen. Hinzu kommen die Aktiven der Leichtathletikgemeinschaft (LGO). Sie haben im Sportzentrum eine Kugelstoßanlage erhalten, warten allerdings noch auf eine Hochsprunganlage. Zudem nutzen Offenbacher Schulen das Areal. Fünf Millionen Euro flossen ins Sportzentrum. Über die genauen Unterhaltskosten könne noch keine abschließende Aussage getroffen werden, erklärt Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH). Änderungen, etwa an der Nutzfläche oder dem sportlichen Angebot, werden voraussichtlich noch eine Anpassung des Betrags erforderlich machen. Allerdings sind Kosten in Höhe von etwa 500 000 Euro denkbar – pro Jahr. Diese Summe hat bereits im politischen Raum für einigen Wirbel gesorgt.

Das größte Gebäude mit den Umkleideräumen erhebt sich mit einer nutzbaren Fläche von 960 Quadratmetern in hellem Grün gegenüber der Vereinsheime. In Massivbauweise und nach aktuellen energetischen Standards wurden die zwei Geschosse des Gebäudes konzipiert. Darin der Raum für den Platzwart, eine Sanitätsstation, öffentliche Toiletten, zwölf Mannschaftsumkleiden mit Duschräumen sowie acht Schiedrichter- und Trainerumkleiden.

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