Dreifach stets ein Risiko

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Die Mama und Kinderklinik-Chef Nader Gordjani freuen sich: Die Drillinge sind wohlauf.

Offenbach ‐ Es sind die Geschichten mit dem guten Ende, die Professor Nader Gordjani daran erinnern, warum er Kinderarzt geworden ist. So eine Geschichte ist die von den Drillingen Dejan, Nikola und Marko, die im November im Klinikum das Licht der Welt erblickten. Von Katharina Skalli

In der 29. Schwangerschaftswoche, elf Wochen zu früh, kamen die drei Jungen per Kaiserschnitt zur Welt. Schon Wochen vor der Geburt wurde die 28-jährige Mutter im Perinatalzentrum des Klinikums überwacht. „Mehrlingsschwangerschaften sind immer ein Risiko“, sagt Gordjani. Die Gefahr einer Frühgeburt oder von Wachstums- und Versorgungsstörung sei größer als bei normalen Geburten. Auch bleibende Schäden können nicht ausgeschlossen werden. Häufig seien Mehrlinge anfälliger für Viruserkrankungen und Herz-Kreislaufprobleme, so der Chefarzt.

Die Drillinge, zwischen 1050 und 1305 Gramm schwer, mussten auf der Frühgeborenen-Intensivstation betreut werden und lagen mehrere Wochen in Brutkästen. In etwa zwei Jahren steht eine umfangreiche Nachsorge an. Erst dann kann das Entwicklungspotential der Kinder richtig eingeschätzt werden. Voraussetzung für ihre Entlassung der drei Jungen war nicht unbedingt ein entsprechendes Gewicht, sondern vielmehr der Umstand, dass sie nun in der Lage sind, selbständig zu atmen und auch ausreichend Nahrung aufzunehmen.

Mehrlinge sind sehr selten

Etwa 1.200 Babys kommen pro Jahr im Offenbacher Klinikum auf die Welt. Mehrlinge sind selten. Drillingsschwangerschaften treten mit einer Häufigkeit von 1 zu 7.225 auf.

In Offenbach herrschen beste Voraussetzungen, damit Babys wie Dejan, Nikola und Marko optimal geholfen werden kann. Im neuen Gebäude liegt die Station für Geburtshilfe direkt neben der Station von Professor Gordjani. „Das ist in Hessen einzigartig“, sagt der Chefarzt. Noch vor einem Jahr, mussten die Kinder vom Kreißsaal durch einen Tunnel in die Kinderklinik gebracht werden. Heute arbeitet man Tür an Tür. Auf der Station für die kleinen Patienten lachen Mäuse mit Knopfaugen und kuschelige Bärchen von der weißen Wand. Schnell merken Besucher, dass hier alles kindgerechter zugeht, als im Rest der Klinik.

Klinik gut für Neugeborene ausgestattet

Vier - demnächst fünf - sogenannte Neonatologen, Spezialisten für Neugeborene, arbeiten eng mit der Gynäkologie zusammen. Auch apparativ ist die Klinik für die ganz kleinen Patienten gut gerüstet.

Der Leiter der Offenbacher Klinik für Kinder- und Jugendmedizin freut sich über die positive Entwicklung der Drillinge. Solche Erlebnisse sind für ihn und seine Kollegen eine Art Ausgleich für die traurigen Erlebnisse, die ebenfalls zum Klinikalltag gehören. „Wir können aber sehr viele Kinder gesund entlassen“, sagt Nader Gordjani. „Das ist ein schönes Gefühl.“

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