Prozess um Verkauf von 16,5 Kilo Heroin

Drogenhandel im großen Stil

Offenbach - Im Fall eines spektakulären Drogenfunds vor vier Jahren in Offenbach, muss sich seit gestern einer der Täter vor dem Darmstädter Landgericht dem Vorwurf des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln stellen. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Der angeklagte Ouassime D. gehört zu der Dealerbande, die 2011 der Kriminalpolizei bei einer Razzia in der Bismarckstraße ins Netz gegangen war. Damals konnten die Beamten elf Kilo Heroin sowie 896 Gramm Kokain und 483 Gramm Haschisch sicherstellen. Allein das Heroin hätte im Straßenverkauf eine halbe Million Euro eingebracht. Zu den gefundenen Drogenmengen kommen laut Anklage noch 5,5 Kilogramm Heroin hinzu, die in 125 Einzeldeals vertickt wurden. Die konnten rekonstruiert werden, weil ein verurteilter Abnehmer, den Code der überwachten Telefongespräche verraten hatte.

Vier Täter wurden bereits verurteilt, jetzt sitzt D. als fünfter vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts Darmstadt. Er war 2011 untergetaucht und wurde per europäischem Haftbefehl gesucht. Anfang dieses Jahres wurde er in Belgien festgenommen. Der 24-Jährige soll Teil eines marokkanischen Familienclans sein, der mit dem Drogenhandel gute Geschäfte gemacht hat. Bisher haben die Ermittlungen der Polizei ergeben, dass insgesamt fünf Brüder, zwei Cousins und ein Onkel in die illegalen Geschäfte verwickelt sind.

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Der erste Prozesstag begann mit erheblicher Verspätung. Denn es fehlte ein der Berbersprache mächtiger Übersetzer. Da 90 Prozent der Marokkaner arabisch sprechen, war das Gericht davon ausgegangen, dass ein arabischer sprechender Dolmetscher ausreichen würde. Mit einem Urteil für Ouassime wird Ende November gerechnet.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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