Überflieger immer beliebter

Der Drohnen-Boom wirft Fragen auf

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Patrick Voelkel nutzt Drohnen berufsmäßig seit Jahren. Für die kommerzielle Anwendung der fliegenden Augen gelten im Gegensatz zur privaten Nutzung klare Regeln. Während die kleine Drohne ein gängiges Modell ist, handelt es sich bei dem großen Hexa-Copter um eine Spezialanfertigung.

Offenbach - Sie haben sich vom Spielzeug zum vielfältig einsetzbaren elektronischen Gerät entwickelt: Drohnen. Vor allem Privatleute entdecken sie als Hobby. Das wirft rechtliche Fragen auf. Von Matthias Dahmer 

Der Offenbacher Peter Lux fragt: Dürfen die das? Profis müssen schon lange Vorschriften beachten.

Skeptische Blicke erntet Patrick Voelkel bei seiner Arbeit kaum. Eher neugierige. Der Kommunikations-Designer, Geschäftsführer der Firma Profilmacher in Weiskirchen, arbeit seit einigen Jahren professionell mit Drohnen. Der langjährige Offenbacher macht Fotos und dreht Filme für Unternehmen oder das Fernsehen.

Sein Prachtexemplar ist eine mehrere tausend Euro teure Spezialanfertigung. Ein 4,8 Kilo schweres, mit sechs Rotoren und einer Kamera bestücktes Fluggerät, das zu zweit bedient wird. Einer fliegt den Hexa-Copter, der andere bedient die Kamera.

Dass immer öfter Drohnen für den privaten Gebrauch aufsteigen, sieht der 47-Jährige mit gemischten Gefühlen. Einerseits sei das ein schönes Hobby, andererseits müsse es künftig wohl klarere Regeln für den Einsatz der „Consumer Copter“ geben, wie Voelkel sie bezeichnet. Wer, wie er, berufsmäßig mit den Geräten fliegt, für den sind Vorschriften Alltag. Einfach so zum Drehort gehen und die Drohne aufsteigen lassen (bis zu 100 Meter sind erlaubt) geht nicht. „Wir informieren vorher Polizei, Straßenverkehrsamt und meist die Flugsicherung“, so der Geschäftsführer. Zumal es für Drohnen-Nutzer eine weiträumige Sicherheitszone rund um den Flughafen zu beachten gilt.

Sondergenehmigungen nötig

Dass die Firma Profilmacher über die erforderliche allgemeine Aufstiegsgenehmigung verfügt, ist selbstverständlich. In speziellen Fällen, wenn es etwa in Frankfurter Hochhaus-Schluchten mit dem fliegenden Auge in die Luft gehen soll, sind auch Sondergenehmigungen nötig. Im Dezember 2014 war eine Luftbildfotograf in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Bußgeld von 1 500 Euro verdonnert worden, weil er eine Drohne ohne Aufstiegsgenehmigung genutzt hatte.

Von Menschenmengen hält sich Voelkel mit seinem High-Tech-Gerät fern. Er habe zwar schon Anfragen erhalten, die Aufträge aber aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Ihm ist zwar in all den Jahren noch nie einer seiner Mini-Flieger abgestürzt. Doch: „Trotz eines Maximums an Sicherheit, kann man niemals alles ausschließen.“ Wenn ein Gerät vom Himmel fällt, haftet der Pilot.

Die Zahl der Drohnen nimmt rapide zu, ebenso ihre Anwendungen. Die EU will deshalb Berichtern zufolge einerseits das wirtschaftliche Potenzial dieser Branche fördern, andererseits aber auch gesetzliche Vorgaben schaffen. In den USA hat die Flugsicherheitsbehörde erstmals Regeln aufgestellt. Die fallen recht streng aus. Drohnen dürfen beispielsweise nur bei Tag und in Sichtweite geflogen werden. Ein harter Schlag etwa für Versandhändler, die schon von der schnellen unbemannten Lieferung aus der Luft träumen.

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