Dubiose Praktiken

Drücker machen Jagd auf Kunden der EVO

Offenbach (tk) - Von den 145.000 Stromkunden der Energieversorgung Offenbach bekämen die Mitbewerber gern welche ab. Dabei greifen nicht alle zu den seriösen Mitteln, derer sich momentan die RWE-Tochter Süwag bedient.

Die hat in der Offenbacher Innenstadt Stände aufgebaut, um EVO-Kunden offensiv abzuwerben. Andere Stromanbieter arbeiten nicht mit einem solchen offenen Visier: Sie nutzen vielmehr den Bekanntheitsgrad des Platzhirsches für Täuschungsmanöver aus.

„Seit Monaten nehmen dubiose Praktiken von Energiediscountern zu“, klagt EVO-Sprecher Harald Hofmann. Nach seinen Informationen sind Drückerkolonnen in Stadt und Kreis unterwegs, die den Namen des örtlichen Grundversorgers ausnutzen, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Für Hofmann eine besonders dreiste Anmache am Telefon: „Die geben sich wahrheitswidrig als ,ein Grundversorger der EVO’ aus und versprechen bessere Konditionen.“

Interesse als Zusage gewertet

Bejaht jemand die Frage, ob er Interesse habe, wird das bereits als Zusage gewertet. Ein paar Tage später kommt schon der Liefervertrag. Spätestens, wenn einer nach der Bankverbindung fragt, sollten die Alarmglocken läuten. Denn laut Hofmann sind die versprochenen Vorteile langfristig betrachtet oft keine. Oft steigen Preise nach der Mindestlaufzeit; versprochene Boni werden erst nach einem Jahr angerechnet; gibt es Probleme, ist Kontakt nur über teure Hotlines möglich.

Der EVO-Sprecher erinnert an den Fall Teldafax: Bundesweit mussten 750.000 Kunden Vorauszahlungen bis zu 1000 Euro abschreiben, als der Internet-Stromer in die Insolvenz rutschte. Hofmann betont, dass die EVO keine Haustürgeschäfte tätige. Mitarbeiter, die Serviceleistungen zu erbringen hätten, könnten sich immer ausweisen. Kunden sollten sich bei Zweifeln nicht scheuen, die kostenlose Nummer 0800/9181499 anzurufen.

Was die namentlich bekannten unseriösen Konkurrenten angeht, wird beim Offenbacher Versorger gerade geprüft, ob es sich lohnt, rechtliche Schritte einzuleiten.

Rubriklistenbild: © dpa

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