Balkon-Workshop im Hafengarten

Duftende Oasen mit Nutzwert

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Landschaftsarchitektin Ute Warnke (rechts) zeigt GBO-Mietern im Hafengarten, wie sie ihre Balkon in hübsche und praktische Orte verwandeln können.

Offenbach - Mit einem Balkon-Workshop im Hafengarten bedankt sich die GBO bei ihren Mietern für die Geduld während der energetischen Sanierung ihrer Wohnungen. Von Harald H. Richter 

Saftige Tomaten nach Bedarf und frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Pfefferminze oder Basilikum, für die feine Küche jederzeit griffbereit: Das ist nicht nur praktisch, auch optisch wertet es den heimischen Balkon auf. Vorausgesetzt, man hat einen wie das Dutzend Teilnehmer eines Praxis-Seminars, zu dem Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) und das Projekt „Besser leben in Offenbach“ in den Hafengarten geladen haben.

Im vergangenen Jahr mussten viele Mieter durch die energetische Sanierung der in GBO-Besitz befindlichen Häuser manche Unannehmlichkeit in Kauf nehmen. Doch inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen. Die Baugesellschaft bedankt sich daher mit dem kostenlosen Balkon-Workshop bei Mietern für ihr Verständnis während der Renovierung.

Ute Warnke aus Oberursel ist studierte Landschaftsarchitektin und gründete vor einigen Jahren ihre eigene Firma „Das Frischluftzimmer“. Der Name ist Programm. „Vor allem in größeren Städten werden Balkone oft nur als Abstellkammer genutzt, meine Vision ist aber, sie in blühende Oasen zu verwandeln, die den Besitzern Freude schenken und Lebensqualität verleihen“, verkündet die von der GBO für diesen Vormittag angeheuerte Gartenexpertin ihre Philosophie. Sie zeigt den Laien, wie selbst aus kleinen Balkonen mit einfachen Mitteln grüne Verweilorte werden. „Zunächst ist entscheidend, ob der Balkon viel oder wenig Sonne abbekommt.“ Etliche Gefäße hat sie mitgebracht, dazu reichlich Erde, Dünger und natürlich eine üppige Auswahl an Pflanzgut – von der Zitronenmelisse bis zum Fleißigen Lieschen.

Theorie und Praxis

Zwar sollen die Behälter optisch gefallen. Die Pflanzen, die darin wachsen müssen, haben hingegen andere Ansprüche. Sie benötigen ausreichend Wurzelraum und einen guten Wasserabzug. „Wenn Sie wenig Zeit zum Gießen der Pflanzen haben, sollten Sie auf Behälter mit einem Wasseranstau zurückgreifen“, empfiehlt Warnke und reicht einige Beispiele herum. Ebenfalls rät sie zu beachten, welche Pflanzen zueinander passen, also nicht etwa solche mit wenig Wasserbedarf im gleichen Kübel oder Kasten stehen wie besonders durstige.

„Ferner muss klar sein, ob eher eine saisonale Bepflanzung mit vielen Frühlings- und Sommerblumen bevorzugt wird, eine einjährige Wechselbepflanzung oder eher etwas dauerhaft Winterhartes.“ Allerdings eignet sich nicht jede Pflanze für die Haltung in einem Gefäß. Warnke stellt daher speziell solche vor, in denen auf dem Balkon allerhand gedeihen kann und die auch Witterungsunbilden standhalten.

Dann geht es ans Praktische. Jeder Teilnehmer macht sich mit Begeisterung ans Werk, um einen Behälter individuell zu befüllen. Einige Teilnehmer wählen Zierpflanzen mit ins Auge fallender Blütenfülle, etwa Geranien, Lobelien oder Spinnenblumen, die besonders üppig und in Trauben bis weit in den Herbst hinein in Rosa, Rot oder Weiß blühen. Andere bevorzugen Aromapflanzen. Lavendel, Zitronengras und Vanilleblume verströmen angenehme, das Wohlbefinden steigernde Düfte.

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Ilse Pelkmann entscheidet sich für die Würzvariante und bestückt einen Balkonkasten mit Kräutern. Christian Hädrich und Angelo Alemanno, die im Nordend wohnen, haben sich ebenfalls für aromatisch duftende Küchenkräuter entschieden. Die Idee eines solchen Workshops finden die beiden gut und nehmen Gestaltungsanregungen mit, gleichwohl sich die während der Sanierung in Kauf genommenen Beeinträchtigungen damit nicht aufwiegen lassen. „Aber die Veranstaltung an sich ist eine nette Geste“, sagt Angelo.

Am Ende des Seminars unter frühsommerlicher Sonne sind Bastkörbe, Kunststoffkübel in Terrakotta- und Schieferoptik, Eimer und Schalen attraktiv bepflanzt und dürften fortan als fröhliche Farbtupfer mit Nutzwert manch heimischen Balkon ins Blickfeld rücken.

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