Designerin kreiert eigenes Parfüm: duftet nach Offenbach

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Astrid Merger hat sich beim Entwurf ihres Parfüms auch von ihrer Heimatstadt Offenbach inspirieren lassen – mit erdigen Duftnoten.

Offenbach - Die Designerin Astrid Merger, die ein Atelier in der Domstraße und eine Boutique mit Prêt-à-porter-Mode in der Herrnstraße betreibt, möchte sich nicht auf Kleidung allein festlegen. Von Ingrid Walter

Design versteht sie allumfassend: „Es sollte als individuelle Note die Persönlichkeit eines Menschen unterstreichen und alle Lebensbereiche umfassen. “ Neben Kleidung kreiert sie auch Schmuck, Accessoires und ihre eigene Limonade, mit der sie im Laden ihre Kundinnen erfrischt. Jetzt hat sie ihr erstes eigenes Parfüm entworfen: „Cecilia“ by Astrid Merger ist ein sinnlicher, warmer Duft, wie gemacht dafür, raue Herbsttage in einen süßen Zauber zu hüllen.

Die Idee kam in Grasse

Die Idee für einen eigenen Duft keimte in Astrid Merger schon seit vielen Jahren. Genauer gesagt seit ihrem ersten Besuch der Parfümstadt Grasse in Südfrankreich in den 80er Jahren. Seitdem hatte sie sich viel theoretisches Wissen über die Herstellung von Duftessenzen und die Zusammensetzung von Parfüms angeeignet. Den letzten Ausschlag gab dann ein Besuch des Stammhauses Fragonard in Paris, dem ein kleines Parfüm-Museum angeschlossenen ist.

Eigentlich wollte sie in der Stadt der Liebe nur neue Herbst- und Wintermode für ihre Boutique einkaufen. Doch bei der Auswahl der neuen Pullover und Chasubles in weichen fließenden Stoffen und gedeckten Farben wie Mauve oder Petrol, hatte sie immer noch die Wohlgerüche in der Nase. Ihr schwebte ein ganz besonderer Duft vor: Sinnlich sollte er sein, erdverbunden und doch spritzig. Ihr Entschluss stand nun fest: Sie wollte einen eigenen Duft kreieren.

Frische Kopfnote aus Bergamotte, Limone und Pampelmuse

Bei ihren Pariser Modekontakten erkundigte sie sich nach Anbietern von Duftessenzen und Flacons. Während ihrer Recherche stieß sie auf eine Firma in Deutschland, bei der man auch kleinere Mengen Parfüm produzieren kann. In Zusammenarbeit entstand dann ein Duft, der mit einer frischen Kopfnote aus Bergamotte, Limone und Pampelmuse startet, sich kurz darauf in eine erdig warme Herznote verwandelt, die sich aus Gewürzen, Hölzern und Blüten zusammensetzt (Ingwer, Vanille, Nelken, Kardamom, Sandelholz, Zimtrinde, Jasmin und Geranium) und schließlich in einer süß-samtigen Basis aus Amber, Moschus und Patchouli endet. Die Duftrichtung ist blumig bis orientalisch, dabei aber nicht schwer und sehr angenehm für die kühle Jahreszeit.

Bei der Komposition des Duftes war es Astrid Merger wichtig, zwei Aspekte in den Duft hineinzubringen: Einen femininen Aspekt als Verbindung zu den starken Frauen in ihrer Familie, ihrer Großmutter, die selbst ein Atelier hatte sowie ihrer Mutter, einer Frau mit viel Wärme und Wissen über die Menschen, nach der das Parfüm „Cecilia“ auch benannt ist. Und einen erdverbundenen Aspekt – der sich in den Gewürz- und Holznoten zeigt – zu ihrem Schaffensort Offenbach.

Am verkaufsoffenen Sonntag offiziell präsentiert

Das erste Parfüm „made in Offenbach“ gibt es nun in der Boutique Astrid Merger in der Herrnstraße 53a. Am verkaufsoffenen Sonntag am 30. Oktober wird es offiziell einem größeren Publikum präsentiert. Künftig soll es außerdem in ausgewählten Offenbacher Ladengeschäften angeboten werden.

Die neue Boutique in der Herrnstraße hat Astrid Merger im Mai 2011 eröffnet. Hier bietet die Designerin tragbare und preisbewusste, feminine Mode aus Frankreich und Italien auf 70 Quadratmetern an. Von 2006 bis 2011 logierte die Boutique in kleineren Räumen ebenfalls in der Herrnstraße. Das Atelier der Designerin, wo sie individuelle Einzelstücke entwirft, befindet sich in der Domstraße 87-89. Dort können sich Kunden seit 2004 vom Businessoutfit über die Abendgarderobe bis zum Brautkleid ihr ganz persönliches Designerstück nach Maß fertigen lassen. Dazu gibt es eine individuelle und typgerechte Farb-, Stil- und Materialberatung.

Mehr Infos auf der Internetpräsenz von Astrid Merger

Zum Design kam die Wahloffenbacherin durch ihre Großmutter Eugenie von Spieß, die vor dem Zweiten Weltkrieg ein Atelier in Bukarest hatte, das damals als „Paris des Ostens“ galt. Dort durfte sie sich als junges Mädchen nach Herzenslust verkleiden und Mode für ihre Puppen entwerfen. 1977 kam die Familie auf der Flucht vor dem Ceausescu-Regime nach Frankfurt. Astrid Merger machte zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Danach arbeitete sie sieben Jahre beim VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut in Offenbach. Während dieser Zeit entschloss sie sich endgültig, in die Fußstapfen ihrer Großmutter zu treten und besuchte abends und am Wochenende die Frankfurter Privatschule für Mode, Kunst und Design, die heute in der Offenbacher Bernardstraße 73 logiert.

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