Kommentar: Duracell-Häschen

Fun in the Club? Von wegen! Party-Spaß ist nervlicher Krampf. Im Mikrokosmos der notorischen Dauer-Feiergäste trifft man immer wieder auf echte Nasen. Von Kathrin Rosendorff

Bevor ich es auf die Tanzfläche schaffe, steht da der Typ mit dem knallroten Hemd, dieser Schönling mit BWL-Diplom, der nach zwanzig Sekunden nervt, weil er mir und jeder anderen halbwegs attraktiven Blondine im Club erzählt, dass er gerade total mit seinem Projekt am Durchstarten sei. Schon klar! Zum Schweigen kriege ich den Möchtegern-Bill Gates nur, weil ich anfange, was von mir zu erzählen.

Auf der Tanzfläche angekommen, versuche ich mit meinen Mädels zu tanzen. Das funktioniert auch kurz, bis die mit Chanel No.5 vollgesprühten Disko-Trullas mit ihren zehn Zentimeter-Stilettos umherwirbeln wie die Duracell-Häschen. Das endet damit, dass eine Freundin schmerzverzerrt auf ihren Fuß zeigt, die andere sich die Haare der Tanz-Trulla aus dem Mund spucken muss.

Und dann gibt´s auch noch die Stock-im-Arsch-Typen, die sich erst nach einigen Cocktails auf die Tanzfläche wagen: Die Brille hängt schief auf der Nase, das Hemd entblößt die frisch gewachste pinke Brust, und dann kommt er: Der Tanz mit dem Zeigefinger! Die Brille wackelt gegen den Takt der Musik. Schlimmer sind nur noch die 16-jährigen Bill-Kaulitz-Verschnitte in Größe-Null-Jeans. Wer hat die eigentlich reingelassen? Muttergefühle überkommen mich und ich will ihnen einen Schokoriegel schenken.

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