Editorial „respekt OF“

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Peter Heßler

Liebe Leser, Offenbach sei eine arme Stadt, erfahren wir immer mal wieder aus den Zeitungen. Da ist dann die Rede von Haushaltsdefiziten, schwankenden Steuereinnahmen und sozialen Lasten. Von Peter Heßler

Es sind die Probleme, die fast alle Kommunen drücken, von der Kleinstadt in der Wetterau bis zur Bundeshauptstadt. Doch sie sind nur ein Teil der Offenbacher Wirklichkeit. Denn beim unverstellten Blick erkennen wir auch eine reiche Stadt. Sie ist reich an aktiven und kreativen Menschen.

Wir sehen Menschen mit der ausgeprägten Bereitschaft, zu geben statt zu nehmen. Die aus dem Kokon des Privaten heraustreten und teilnehmen an der stadtbürgerlichen Gemeinschaft, vielleicht sogar über sie hinaus wirken. Ihnen will auch dieses Magazin wieder Respekt erweisen. Es ist das vierte und erscheint im zweiten Jahr. Zahlreiche Anfragen geben uns die Gewissheit, dass es erwartet wurde.

Es erzählt von Menschen in unserer Stadt. Vom Saxophonspieler Buchholz, beispielsweise, der gute Bücher nicht nur für Bildungsgüter hält, sondern auch für ein gesellschaftliches Bindemittel. Von den Theaterleuten im t-raum, die der Buntheit eigener und fremder Träume einen Freiraum geschaffen haben.

Am Fußball-Menschen Waldemar Klein und dem Fechter Hans Hubert lassen sich Kapitel der Sportgeschichte betrachten, in denen die Seele der Stadt fassbar wird. Das Heft erzählt von den Menschen, die eine alte Villa am Dreieichpark bewohnten, bevor daraus ein hochrangiges Kunstmuseum wurde. Wir begegnen dem Zeitungsmenschen Günther Nonnenmacher, erfahren von Offenbacher Bierbrauern und blicken am Bürgeler „Reichstag“ weit zurück ins Mittelalter.

Sichtbar werden Leute, über die man spricht und Offenbacher, von denen man nicht allzu viel weiß. Sie sind der Reichtum unserer Stadt. Sie sind die Elemente, aus denen sich in Offenbach das Wir-Gefühl bildet. Wenn das deutlich wird, hat auch dieses Heft wieder seinen Zweck erfüllt.

Herzlich und respektvoll grüßt
Ihr Peter Heßler

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