Blaue Ehrenamtskarte

Kleine Belohnung für das Engagement Freiwilliger

Inzwischen nutzen 465 Offenbacher die „E-Card“ und profitieren von vielen Vergünstigungen in Sport, Freizeit und beim Einkauf. Ehrenamtsbeauftragter Reinhard Knecht will nun die 500er-Marke knacken.

Offenbach - Das schlichte Wort „Danke!“ prangt auf dem blauen Plastikausweis im Scheckkartenformat. Genau das soll sie ausdrücken, äußeres Zeichen der Wertschätzung sein und kleine Belohnung für freiwilliges gesellschaftliches Engagement. Von Harald H. Richter

Durch dieses Anerkennungsinstrument erhalten landesweit mehr als 15.000 Menschen die Möglichkeit, 1300 Vergünstigungen – etwa beim Besuch öffentlicher und privater Einrichtungen beziehungsweise Veranstaltungen – in Anspruch zu nehmen. In Hessen vor zehn Jahren eingeführt, gibt es die Ehrenamtskarte („E-Card“) seit 2007 auch in Offenbach. Anfänglich von 365 Menschen aller Altersgruppen genutzt, wird sie inzwischen von 205 Frauen und 260 Männern eingesetzt, um mit Preisvorteil oder unentgeltlich Museen zu besuchen, von diversen Rabatten zu profitieren oder freien Zutritt zu Sport- und Kulturveranstaltungen zu bekommen. Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Autohäuser und Vereine machen mit. So reicht die Aufzählung der Institutionen, die Vergünstigungen anbieten, vom Arbeiter-Samariter-Bund bis zum Waldzoo. Auch unsere Mediengruppe ist dabei.

Wichtiges öffentliches Signal

Der Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, Reinhard Knecht, hält solches Belohnen für ein wichtiges öffentliches Signal. „Damit können wir bürgerschaftlich aktiven Menschen ein Dankeschön anbieten, wohl wissend, dass nicht jeder Ehrenamtliche eine E-Card in Anspruch nimmt. Es gibt weit mehr stille Helfer, die bei verschiedenen Gelegenheiten Engagement zeigen und für die Gemeinschaft Gutes tun.“ Knecht schätzt ihre Zahl auf 20 000. Das bedeutet, dass etwa jeder sechste Offenbacher ehrenamtlich tätig ist – vom Jugendlichen bis zum Ruheständler. Sie sind in Vereinen und Kirchengemeinden, bei Rettungsdiensten und Initiativen aktiv, wofür sie bestenfalls eine bescheidene Entschädigung erhalten, die Kosten gerade so erstattet.

Mit der E-Card des Referats Ehrenamt und des Freiwilligenzentrums werden diese Menschen mit mehr als Worten honoriert. Allerdings verlieren die im Umlauf befindlichen Kärtchen im nächsten Frühjahr ihre Gültigkeit. Alle drei Jahre wird die E-Card erneuert. Nach dem 30. September 2013 wird es keine Ausgabe mehr geben, da im März 2014 die neue Laufzeit beginnt. Ehrenamtlich haben also noch Gelegenheit, für die restliche Zeit eine Karte zu bekommen. Sie kann beim Referat oder beim Freiwilligenzentrum angefordert werden, sofern drei Kriterien erfüllt sind.

Ehrenamtlicher Veranstaltungskalender im Aufbau

Zum einen sollte das Engagement mindestens fünf Wochenstunden betragen und zum anderen seit mindestens drei Jahren beziehungsweise seit Gründung der Organisation bestehen. Und: Die Person darf keine Aufwandsentschädigung bekommen, die über Kostenerstattung hinausgeht. Interessenten melden sich im Referat Ehrenamt (Berliner Straße 60) oder im Freiwilligenzentrum (Domstraße 81).

Unter www.offenbach.de/ehrenamt gibt es Zugriff auf die Ehrenamtsbörse. „Wer Unterstützung für einen Verein, eine gemeinnützige Einrichtung sucht, kann auf der Plattform bequem eine Art Stellenangebot einsetzen“, erläutert Knecht. Daneben gibt es einen Vereinsfinder für Menschen, die sich einbringen wollen, sich aber erst über das geeignete Tätigkeitsfeld informieren möchten. Ferner befindet sich ein Veranstaltungskalender rund ums Ehrenamt im Aufbau. „Mit diesem Service erweitern wir unser Informationsangebot an die zunehmend vernetzte Bevölkerung“, so Reinhard Knecht. Sprechstunde ist jeden ersten Montag im Monat von 16 bis 17 Uhr im Haus Domstraße 81.

Die 72-Stunden-Aktion ehrenamtlicher Personen aus dem Raum Offenbach

Start der 72-Stunden-Aktion

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