Engagement macht stark

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Im Rathaus fanden sich jene ein, die beispielhaft fürs ehrenamtliche Engagement in der Stadt stehen.

Offenbach - Seit etlichen Jahren führt Maria Bienmüller-Marschall die Krebs-Selbsthilfegruppe in Offenbach. Sie vermittelt durch ihr tätiges Beispiel anderen Betroffenen Hoffnung, dass auch mit einer derart schweren Erkrankung ein erfülltes und zufriedenes Leben möglich ist. Von Harald H. Richter 

Der 17-jährige Tobias Gruhn ist schon seit Kindertagen im Theaterclub Elmar aktiv und hat vor geraumer Zeit die Leitung der Jugendgruppe übernommen. Zwei Beispiele von Menschen, deren ehrenamtliches Engagement das Zusammenleben in der Lederstadt fördert. Dem Einsatz auf sozialem, sportlichem, kirchlichem und kulturellem Gebiet Respekt bekundend, wird ihnen als Zeichen des Dankes die Ehrenamts-Card des Landes Hessen zuerkannt. Stellvertretend für zurzeit 452 Personen, deren Antrag auf Ausstellung bereits bewilligt wurde, sind 200 Frauen und Männer am Donnerstagabend in den Rathaus-Sitzungssaal eingeladen. Und hören reichlich Lob. „Sich in unserer Gesellschaft freiwillig und ehrenamtlich zu engagieren, das ist keineswegs selbstverständlich. Ohne Sie wäre die Gemeinschaft ein Stück ärmer“, adressiert Oberbürgermeister Horst Schneider den Dank der Verwaltung an die Empfänger.

Auch die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Christel Reichenbach und Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel, selbst seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich tätig, würdigen den Stellenwert des freiwilligen Eintretens für die Gemeinschaft. „Keiner muss es tun, Sie aber tun es“, lobt Dinkel. Er verschweigt nicht, dass es für die Vereine zunehmend schwieriger wird, Freiwillige zur Übernahme von Aufgaben und Funktionen zu bewegen. Mit Reinhard Knecht, dem Leiter des Referats Ehrenamt bei der Stadtverwaltung, sei jedoch „ein Mann voller Tatkraft genau am richtigen Platz“, um unentwegt für die anerkennenswerte Sache zu werben und immer wieder Bürger zum Mittun zu motivieren.

Gemeinsam mit Horst Thon vom Vorstand des Freiwilligenzentrums und Sigrid Jacob überreicht Knecht den Ehrenamtlern ihre Karte, die drei Jahre gültig sein wird. „Ihr Engagement macht stark“, sagt er. Außerdem gibt es für jeden noch eine süße vorösterliche Überraschung. Darbietungen des gemischten Chors des Gesangvereins Polyhymnia Bieber unter Leitung von Peter Josef Kunz-von Gymnich, Christel Lambrechts Mädchen-Tanztheater des Turnvereins Offenbach und die quirlige Aktionskünstlerin Doris Herr alias Frau Sannella verleihen der Veranstaltung einen heiter-beschwingten Akzent.

Unter den bisher genehmigten Antragstellern für die Ehrenamts-Card sind 102 Menschen, die sich bei Feuerwehr und Rettungsdiensten engagieren, fast ebenso viele auf dem Gebiet Soziales und Senioren sowie 82 auf dem Feld des Sports und der Bewegung. Jeweils etwa mehr als 60 Frauen und Männer sind kirchlich engagiert beziehungsweise musisch-kulturell. Im Rathaus hat man außerdem errechnet, dass jeder Ehrenamtler im Durchschnitt 8,3 Wochenstunden für seinen freiwilligen Dienst zum Nutzen der Gemeinschaft aufwendet.

Nach einer dreijährigen Erprobungsphase in den Kreisen Offenbach und Bergstraße von der Landesregierung 2006 als neues Instrument der gesellschaftlichen Anerkennung freiwilligen Engagements eingeführt, gibt es die Ehrenamts-Card in Offenbach seit 2007. Kriterien für die Vergabe sind, dass die Betreffenden mindestens fünf Stunden in der Woche bürgerschaftlich tätig sind und das seit mindestens drei Jahren oder seit Bestehen der Organisation tun. In der Lederstadt können die Inhaber bei 40 Freizeiteinrichtungen und Institutionen – darunter die Mediengruppe Offenbach-Post – von Vergünstigungen profitieren. Diese reichen von Preisnachlässen beim Besuch des Waldzoos oder der Vorträge der Volkshochschule über freien Eintritt in die Museen der Stadt bis hin zu Rabatten in Geschäften.

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