Kampf gegen giftige Raupen

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ESO-Mitarbeiter besprühen eine Eiche.

offenbach - Susanne Kedzior ist mit ihrem Hund spazieren gegangen und hat dabei einen Baum entdeckt, an dem sich Raupen des Eichenprozessionsspinners angesiedelt haben. Von Katharina Hempel

„Das war beim Gassigehen im Frankfurter Stadtwald auf Höhe des Taunusringes und hinter den Hochhäusern im Buchrainweg“, berichtet die Offenbacherin.

Der Eichen-Prozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, deren Raupen Gifthärchen wachsen, die beim Menschen Juckreiz und Entzündungen auslösen. Deshalb gilt die Regel: Bloß nicht anfassen. An den Härchen befinden sich kleine Widerhaken, mit denen sie sich leicht festsetzen können. Um dieser Plage vorzubeugen, rückte der ESO bereits Anfang Mai den Eichen-Prozessionsspinnern im Stadtgebiet zu Leibe. „Als erstes werden die Eichen im Leonhard-Eißnert-Park behandelt und in ein bis zwei Wochen sollte die Maßnahme abgeschlossen sein“, sagte damals Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts.

Gesprüht wurde in der Umgebung sogenannter sensibler Einrichtungen – bei Kindergärten, Schulen, Seniorenwohnheimen, Sportanlagen oder Parks, in deren Nähe Eichen stehen.

Frankfurter Grünflächenamt ist zuständig

Frank Weber: „Anders als in Frankfurt, wo per Hubschrauber über dem Stadtwald das Mittel verteilt, also eine ganze Fläche behandelt wird, werden wir die Eichen gezielt behandeln. Das ist auch eine Kostensache.“ Das Mittel, das dafür verwendet werde, sei kein Gift. Es enthalte bestimmte Bakterien, die auch in der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt werden und die bei den Schmetterlingen und ihren Raupen eine tödliche Infektion auslösen würden.

Kamen Menschen schon in direkten Kontakt mit den Härchen? „Uns wurde vom Vorjahr nichts dergleichen zurückgemeldet“, so Frank Weber.

Sich der Gefahr bewusst, rief Susanne Kedzior sofort bei der Stadt an. Da der Baum mit den Raupen jedoch im Frankfurter Stadtwald steht, wurde sie an das Frankfurter Grünflächenamt verwiesen. „Dort haben sie mir gesagt, sie schicken den Förster vorbei.“

Einen Tag später entdeckt die Offenbacherin im Frankfurter Stadtwald noch mehr Raupen. „Ich habe wieder beim Grünflächenamt angerufen, die sagten mir, der Förster wisse Bescheid und es bestehe keine Lebensgefahr.“

Wie und ob die Behörde gegen die giftigen Raupen vorgehen wird, ist unklar. Bis Redaktionsschluss war vom Frankfurter Grünflächenamt keine Auskunft zu erhalten.

Video von der Schädlingsbekämpfung

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