Josip Budimirs Selbstgemischtes ab April erhältlich

Ein eigenes Bier für Offenbach

Offenbach - Die meisten Städte haben ihr eigenes Bier, warum nicht auch Offenbach? Das denkt sich Josip Budimir, als er einen Zeitungsartikel über einen Dortmunder Braumeister liest, der in seiner Heimat eine alte Biermarke wiederbelebt.

Der 36-Jährige, der an der Hochschule für Gestaltung studiert und danach für eine Stelle als Grafiker nach Hamburg gezogen war, will ein Bier für die Offenbacher herstellen: Also macht er sich daran, „im Offenbacher Stadtarchiv nach alten Biermarken zu graben.“ Die Hoffnung, in den Unterlagen eine vergessene Traditionsmarke zu finden, erfüllt sich nicht. „Wahrscheinlich hat der Fürst von Hessen-Nassau seinerzeit einfach kein Braurecht verteilt“, vermutet Budimir. Also macht er sich eigenhändig ans Brauen: In seiner Küche tüftelt er mit verschiedenen im Internet bestellten Zutaten herum, probiert Mischverhältnisse aus. Solange bis er den Geschmack für „sein“ Bier gefunden hat, berichtet der 36jährige heute. Schließlich findet der junge Braumeister eine Rezeptur, „die gut schmeckt und auch Freunde überzeugt“. Als süffig-herb wird der Geschmack beschrieben. Über zehn Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert, sagt der HfG-Absolvent, der schon immer von einem eigenen Bier geträumt hatte.

Weil das Offenbacher Bier ein regionales Produkt sein soll, spricht Budimir Brauereien in der Umgebung an und kann Michelsbräu in Babenhausen für seine Idee gewinnen. In deren Arnsteiner Brauerei werden die ersten Flaschen „Offenbacher Stoff“ abgefüllt, eine Flasche Offenbacher Bier soll um die 80 Cent kosten.

Nun muss noch das Etikett – passend zum Stadtwappen zieren es Eichel und Eichenblätter – fertig gestaltet und die Leergut-Logistik organisiert werden. Die ersten Flaschen werden voraussichtlich Ende April in einem Getränkemarkt erhältlich sein, außerdem ist Budimir mit zwei Gastronomen im Gespräch.

Die besten Bier-Weltrekorde

Auch Oberbürgermeister Horst Schneider freut sich über das neueste Produkt der Stadt: „Jetzt haben wir ein eigenes Offenbach-Bier, das den kreativen Akzent der Stadt unterstreicht.“ Sein eigenes Bier ist dem Neu-Brauer Budimir noch nicht genug, er träumt von einem eigenen Kessel. „Irgendwo in einer alten Metzgerei hier im Nordend oder so“, malt er sich aus. Dazu verrät der gebürtige Lauterborner: „Ich habe noch ein paar Ideen, beim Pils allein soll es nicht bleiben.“ 

pso

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