Eine gute Figur gemacht

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In der neuen TSG-Halle umringt von Autogrammjägern: Der Handball-Punk und ehemalige Weltklasse-Spieler Stefan Kretzschmar.

Offenbach - Die Augen von Maike, Katharina und Eileen glänzen noch. Bis vor wenigen Augenblicken wurden die C-Jugendlichen der Handball-Abteilung der TSG-Bürgel noch von niemand geringerem als Christian „Blacky“ Schwarzer trainiert. Von Alexander Kroh

Jetzt haben sie die Köpfe zusammengesteckt, um die Bilder auf der Digitalkamera zu begutachten, die die Eltern während der Trainingseinheit mit dem Weltmeister von 2007 geknipst haben.

Zusammen mit Ex-Nationalspieler Daniel Stephan trainiert Schwarzer am Samstag sämtliche Jugendmannschaften der TSG-Handballer von der E- bis zur A-Jugend jeweils etwa 25 Minuten. „Er war schon ziemlich heiser“, erzählt die 13-jährige Eileen.

Der zweite Tag der Feiern anlässlich der Eröffnung der ESO-Sportfabrik, steht im Zeichen des Handballs – am Abend soll das Benefizspiel der ersten Herrenmannschaft gegen ein mit Ex-Profis bestücktes Gold Star-Team stattfinden. Damit wird dann auch die Mehrzweckhalle endgültig eingeweiht, obwohl sich schon seit Mittag die Jugendmannschaften in der Halle tummeln.

Doch die TSG ist nicht nur Handball. „Der Verein ist auf Breitensport ausgerichtet“, erklärt Vorsitzender Rolf-Dieter. „Wir wollen einfach, dass unsere Mitbürger Sport treiben“, so Elsässer weiter. „Mit der neuen Sportfabrik haben sämtliche Abteilungen jetzt optimale Trainingsbedingungen“, ergänzt Helmut Schmidt, der zweite Vorsitzende des Vereins.

Bilder von der Eröffnungsfeier

Eröffnung der TSG-Halle

Wie viel die TSG ihren rund 1 300 Mitgliedern, davon 700 Jugendliche, bietet, wird bei einem ersten Rundgang durch das neue Sportzentrum sichtbar. Auf der barrierefreien 6-Bahn-Kegelbahn findet seit 10 Uhr morgens ein traditionsreiches Vier-Städte-Turnier statt.

Über den Köpfen der Kegler befindet sich ein großer Fitness- und Tanzraum mit verspiegelten Wänden, nebenan soll noch ein Trainingsraum eingerichtet werden mit Spinningrädern, Laufbändern und anderen Geräten. Noch einen Raum weiter befindet sich ein Dojo, ein mit Sportboden ausgelegter Trainingsraum für die Karateabteilung, die in letzter Zeit stark gewachsen und in den Bereich des Leistungssports vorgedrungen ist. Zudem befinden sich im oberen Teil des Sportzentrums noch zwei Konferenzräume und ein Archiv.

Weiter geht’s nach draußen, vorbei an Kuchenständen und Kinderschminken. „Wenn Sie ein Sportzentrum beaufsichtigen, müssen sie schon gut zu Fuß sein“, scherzt Elsässer. Im Festzelt vor der Halle präsentiert gerade die Tanzabteilung ihr Können. Sechs- bis Neunjährige versetzen das gut gefüllte Zelt mit einem Hip-Hop-Dance zu „Strobo-Pop“ von Nena und den Atzen.

Nach den Tänzern präsentiert sich im Festzelt die Fitness- und Gymnastikabteilung.

Zurück in der Halle bietet sich der Anblick eines roten Meeres aus Trainingsshirts. Alle Kinder und Jugendliche der Handballabteilung haben ein eigenes Trainingsshirt mit ihrem Vornamen und ihrer Mannschaft auf dem Rücken und der Silhouette der neuen Sportfabrik auf der Brust, darunter der Schriftzug: „TSG – Voll im Handballfieber“.

Und das Fieber bricht jetzt richtig aus, da sich in wenigen Minuten gut ein Dutzend Ex-Nationalspieler sowie Ex-Bundestrainer Heiner Brand in der Halle tummeln werden. Vorher gibt’s aber noch schnell ein Erinnerungsfoto für den Handballernachwuchs mit ihren Trainern für einen Tag, Daniel Stephan und Christian Schwarzer.

Schnell füllt sich die Sportfabrik mit Zuschauern. Die etwa 1 000 Eintrittskarten zum Benefizspiel waren schon vor Wochen ausverkauft. FFH-Moderatorin Evren Gezer begrüßt die Zuschauer und sorgt gemeinsam mit den „Wischergirls“ der Sportfabrik für gute Stimmung vor dem Anpfiff. Die Fans sind optimistisch, dass ihre TSG heute gegen das Gold Star-Team eine gute Figur abgeben kann. Doch das Premierentor in der neuen Halle erzielt Markus Baur nach 35 Sekunden. Zur Halbzeit liegen die Gastgeber 16:21 zurück, halten sich aber wacker. „Bisher haben wir eine gute Figur gemacht. Es ist auch toll, dass die Gold Star-Jungs das alles nicht so bierernst nehmen und mit Spaß bei der Sache sind“, zieht der Torwart der TSG, Sven Wösthoff, eine Zwischenbilanz.

Die TSG kommt besser aus der Pause, ist zwischenzeitlich bis auf zwei Tore ran. „Auf geht’s, die könne net mehr“, schallt es aus dem Publikum. Doch sie können noch. Gegen Ende der Partie drehen die Ex-Profis nochmal auf und gewinnen schlussendlich mit 44:37. Mirco Bagnara von der TSG spricht nach dem Spiel von einem „sehr schönen Gefühl“. „Es war eine Sensation für mich, gegen die Ex-Profis zu spielen, obwohl man schon gemerkt hat, dass sie nicht hundert Prozent gegeben haben.“

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