Eine gute Investition in Offenbachs Sichtbarkeit

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Förderten Offenbach in München (von rechts): Citymanagerin Birgitt Moebus, Amtsleiter Jürgen Amberger, seine Mitarbeiter Andrea Keskic und Uwe Wagner.

Offenbach (tk) - Ein Zertifikat hat das Offenbacher Engagement auf der wichtigen Gewerbe-Immobilienmesse Expo-Real immerhin gebracht. Wie berichtet, gab es für die Hafenplanung Gold von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen.

Ob dies einige fürs „Mainviertel“ notwendige Investoren anlockt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall bewirkte die Auszeichnung, dass Offenbach auf der Messe zusätzlich wahrgenommen wurde.

Seit mehr als zehn Jahren pilgern Offenbachs Wirtschaftsförderer mit Projekten der Stadt nach München. Seit fünf Jahren zeigen sie sich am Stand des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main. Mit den Kollegen vom Kreis teilen sie sich eine Stele auf dem Marktplatz der Region.

Kaum 15.000 Euro kostet das Engagement: Standgebühr von 10.000 Euro, Fahrt- und Unterkunft fürs Quartett vom Amt für Wirtschaftsförderung mit Chef Jürgen Amberger, Sekretärin Andrea Keskic, Citymanagerin Birgitt Möbus und Uwe Wagner, zuständig für Flächenmanagement und Maklerbetreuung.

„Gut angelegtes Geld, das lohnt sich extrem“, sagt Amberger. Die Expo Real gilt als „effiziente Netzwerkmesse“, als Ort, wo sich Investoren, Eigentümer und Lieferanten treffen. 37.000 Teilnehmer aus 72 Ländern wurden in diesem Oktober gezählt, 19.000 Fachbesucher und 18.000 Repräsentanten der Aussteller.

Die Offenbacher überlassen es nicht allein dem Zufall, wen sie treffen. Schon im Vorfeld werden etliche Gespräche vereinbart. „Uwe Wagner kann auch die Stände aller Makler abklappern“, berichtet Amberger, „Birgitt Möbus kriegt Kontakt zu allen Einzelhandelsketten.“ Als hilfreich erweisen sich immer wieder Offenbacher Architekten, die Kontakte vermitteln. Es besteht eben, wie Jürgen Amberger sagt, eine „hohe Netzwerkdichte“.

Wer sich als Messebesucher für Möglichkeiten in Offenbach interessiert, kommt am Stand schnell an eine CD mit allen Bebauungsplänen. Potenzielle Investoren loten zudem gern im persönlichen Gespräch Entwicklungschancen aus. Regionale Niederlassungsleiter von Projektentwicklern nutzen die Messe, um ihre großen Chefs mit örtlichen Wirtschaftsförderern oder Verwaltungschefs zusammenzubringen. Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider gönnt sich denn auch immer einen Expo-Real-Tag.

Ein Projekt, das hundertprozentig aufs Expo-Engagement zurückzuführen wäre, kann Jürgen Amberger freilich nicht nennen: „Das dauert immer vom Erstkontakt bis zur Umsetzung, da verschwimmen Ursache und Wirkung.“ Vielleicht ist ja indirekt der Messe zu verdanken, dass sich das alte Universum-Kino an der Ecke Kaiser-/Große Marktstraße zu einem modernen Schmuckstück mit Penny-Markt entwickelt hat. „In München“, erzählt Jürgen Amberger, „habe ich von einem mir bis dahin unbekannten Frankfurter Investor erfahren, dass er das Kino gekauft hat: Da habe ich gesagt, lassen Sie uns mal zusammensetzen und sehen, was man da machen kann.“

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