Eine Lösung für Hilfsempfänger

Offenbach (tk) - Hartz-IV-Empfänger, deren Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule gelangen müssen, können es finanziell kaum leisten: Für die Fahrkarte sollen sie monatlich 44,80 Euro vorschießen, Geld, das im Regelsatz nicht enthalten ist.

Die Sozialhilfe-Vereinigung „SGB2Dialog Offenbach“ machte den Magistrat auf die Problematik aufmerksam und fand Gehör an der Spitze von Sozial- und Schuldezernat, bei Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) und bei Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP).

Bezuschussung oder Erstattung von Schülerbeförderungskosten sind unabhängig vom Einkommen - jede Familie, die in einer bestimmten Entfernung zur Schule wohnt, kann einen Antrag stellen. Für Grundschüler sind zwei, für Schüler ab der 5. Klasse mehr als drei Kilometer notwendig.

Eltern in Offenbach müssen bislang allerdings in Vorleistung treten, um am Ende des Jahres die Kosten vom Schulamt erstattet zu bekommen. „Diese Regelung macht es Erziehungsberechtigten, die im Grundsicherungsbezug stehen, sehr schwer oder auch unmöglich, an der Fahrtkostenerstattung nach dem Gesetz teilzunehmen“, schrieb Vorstandsmitglied Johannes Günther. Kurz: Mit Hartz IV bleibt nichts für die Schülerfahrkarte übrig.

Der Verein machte einen Vorschlag, der Bedenken ausräumt, Fahrgeld könnte anderweitig verwendet werden. Die Idee soll im Prinzip umgesetzt werden, wie Stadtrat Weiß mitteilt. Wenn letzte Details mit den beteiligten Institutionen abgeklärt sind, wird künftig eine Stafette ablaufen: Erziehungsberechtigte (beziehungsweise berechtigte Auszubildende) stellen an ihrer Schule einen Antrag auf Übernahme der Beförderungskosten; die Schule schickt den Antrag ans Stadtschulamt; den bewilligten Antrag legt man der Main-Arbeit vor; die stellt einen Bescheid aus, gegen den die Offenbacher Verkehrsbetriebe eine Zeitkarte herausrücken; die OVB stellen die Kosten der Main-Arbeit in Rechnung; die Main-Arbeit holt sich das Geld am Jahresende vom Schulamt wieder.

Klingt umständlich, aber niemand, der es sich nicht leisten kann, muss so noch in Vorleistung treten.

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