Eine Schwäche für Kurven

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Von links: Schriftführer Jochen Harlacher, Vorsitzender Ralph Oehlenschläger mit Ehefrau Caroll und Kassenwart Ralf Ratyczak mit ihren Maschinen.

Offenbach - Wenn Menschen auf zwei Rädern die Pässe der französischen Alpen überqueren, kommt einem zunächst die Tour de France in den Sinn. Von Alexander Kroh

Doch die Zweiräder von Ralph Oehlenschläger und seinen Weggefährten sind motorisiert und der Ritt über die Alpen ist Teil einer neuntägigen Motorradtour, die der 1. Offenbacher Motorradclub in jedem Jahr als Höhepunkt der Motorradsaison für seine Mitglieder organisiert.

Trifft sich der Motorradclub mittwochs zum allwöchentlichen Stammtisch in der Käsmühle, steht die Geselligkeit im Vordergrund. Da darf schon mal rumgealbert werden – nur beim Lästern hört der Spaß auf. Wer schlecht über andere redet, hat 50 Cent in das so genannte Lästerschwein zu entrichten. „Da kommt in ein paar Monaten schon einiges zusammen“, sagt Ralf Ratayczak. Er ist der Kassenwart beim 1. OMC und seit zweieinhalb Jahren Mitglied im Verein.

Aber warum überhaupt ein Club? Motorradfahren kann man doch als Interessengemeinschaften, wie es sie unter Motorradfahrern zuhauf gibt.

„Mit Vereinsmeierei wollen wir nichts zu tun haben“

Der Sinn des Clubs bestehe in erster Linie darin, gemeinsam Motorrad zu fahren, seine Freizeit zusammen zu verbringen und den Verein bekannt zu machen, sagt Ralph Oehlenschläger, seit Februar Vorsitzender des seit 1995 rechtsfähigen Vereins. Außerdem wolle man auch das Image von Motorradfahrern in der Öffentlichkeit aufpolieren. Mit einer Motorrad-Gang habe der Club überhaupt nichts gemein.

Im Verein gibt es keine festen Regularien, „mit Vereinsmeierei wollen wir nichts zu tun haben“, so Ratayczak. Spaß und Geselligkeit sind es also, die den OMC ausmachen. Um die mehrmals pro Saison stattfindenden Touren zu organisieren, sei ein festes Vereinsgefüge aber durchaus hilfreich, finden die Mitglieder. Neben der Tourorganisation und dem Stammtisch, veranstaltet der Club zahlreiche Feste, für Unterhaltung sorgen die Mitglieder selbst und beweisen damit, dass ein ansprechendes Programm nicht automatisch viel kosten muss. „Die Aktivitäten werden so gestaltet, dass alle Mitglieder teilnehmen können, egal wie dick der Geldbeutel ist“, erklärt Schriftführer Jochen Harlacher, der seit neun Jahren zum Verein gehört.

34 Mitglieder zählt dieser aktuell, allerdings sind davon nur 22 aktive Motorradfahrer. Auch der Altersschnitt der Mitglieder ist mit 48 Jahren relativ hoch. Deshalb ist der OMC stets auf der Suche nach neuen motorradbegeisterten Mitgliedern. Angesprochen fühlen dürfen sich alle Motorradfahrer, die einen „angenehm flotten Farstil“ bevorzugen, gerne in der Gruppe unterwegs sind und denen eine Tour von 200 bis 250 Kilometer nicht zu lang oder zu kurz sind.

Kurvenreiche Touren durch Taunus, Spessart oder Odenwald

„Es sollte einfach vom Fahrstil passen“, findet Vorsitzender Oehlenschläger, „wir sind keine Raser und wir fahren gerne kurvenreiche Touren durch Taunus, Spessart oder Odenwald“. Die Pferdestärken der Maschinen der Mitglieder liegen durchschnittlich bei um die 100, die Spanne reicht von 80 bis 160 PS.

Auch Anfänger sollten sich nicht abschrecken lassen, im Verein herrsche ein „breites Spektrum an Fahrfähigkeit“, erklärt Kassenwart Ratayczak, der selbst erst seit drei Jahren einen Motorradführerschein besitzt. Als Anfänger sei es außerdem hilfreich, in der Gruppe unterwegs zu sein: „Da kann man sich das eine oder andere abschauen.“

Wer den OMC kennenlernen möchte, kann das am besten mittwochs um 20 Uhr beim Stammtisch in der Bieberer Käsmühle, Dietesheimer Straße 408. Mehr Infos gibt es auf der Homepage des 1. Offenbacher Motorradclubs.

Ideal sei der Club zudem für neuzugezogene Motorradfahrer oder für Wiedereinsteiger, die nicht gerne alleine fahren und die Region und ihre Routen kennenlernen wollen. Viele Menschen seien einfach nicht in der Lage, eine Tourroute zu planen. Im Club darf jeder seine eigenen Ortskenntnisse einbringen und Routen von der Mosel bis zur Rhön mitorganisieren. Davon profitieren alle. „Da fährt man durch Ecken, die habe ich vorher noch nie gesehen“, beschreibt Harlacher einen weiteren Vorzug der Gemeinsamkeit.

Wie in jedem Verein gibt es auch beim OMC einen Mitgliedsbeitrag, der ist mit 36 Euro im Jahr aber überschaubar und werde zu 100 Prozent für die Mitglieder wiederverwendet, verspricht der Kassenwart.

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