Dreitägige Veranstaltung am Hessenring

Verbindung von Radsport mit Weinfest und Musik

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Nach 30 Jahren ist der Offenbacher Hessenring wieder zur Radrennstrecke geworden.

Offenbach - Die Grünanlage Hessenring erlebte am Wochenende eine Wiedergeburt besonderer Art. Von Harald H. Richter

Pfiffigen Idealisten ist zu verdanken, dass der Dreiklang „Rad – Wein – Gesang“ einer ausgewogenen Mixtur aus radsportlichem Event, Genussvielfalt und Kulturprogramm neue Dynamik verlieh. Zugegeben, es gibt schattigere Plätze als das Rondell am Hessenring, um Atmosphäre und Eindrücke eines Ereignisses aufzunehmen, das es in Offenbach lange nicht gegeben hat. Aber die in reicher Zahl aufgestellten Liegestühle lassen sich beliebig in Richtung Schatten spendende Bäume verschieben. Gut so. Also macht sich darin bequem, wer eines Novums teilhaftig sein will, das eigentlich keins ist. Denn schon vor 30 Jahren wetteiferten dort konditionsstarke Pedalritter bei Rundstreckenrennen um den Sieg.

Auf Teamsprints wird diesmal hitzebedingt verzichtet. Trotzdem erinnert einiges an glanzvolle Zeiten. Das ist auch der Anwesenheit von Radsport-Ass Peter Rohracker geschuldet, der in den 80er-Jahren in der Lederstadt Erfolge feierte und zuletzt 1989 in der Siegerliste stand. Der 49-Jährige Frankfurter ist des Lobes voll für das Wagnis von Jürgen Blümmel, das Fest „Rad – Wein – Gesang“ gemeinsam mit Gastronom Eric Münch und mehreren Vereinen zu stemmen. „Es knüpft an sportliche Tradition, schlägt aber neue Seiten auf“, freut sich Rohracker.

Wohl bekomm’s: Gäste genießen eine gelungene Veranstaltung mit einem gut gekühlten Rosé.

Unbeeindruckt von brütender Hitze bestreiten zwei Mannschaften des RV Germania Bieber um Vorsitzenden Rolf Sandmann mit Teams aus Klein-Krotzenburg, dem mainfränkischen Waldbüttelbrunn und Weiterstadt auf einer eigens angelegten Präsentationsfläche ein Radballturnier. Der Tandemclub Offenbach erläutert seine Aktivitäten zur sozialen Teilhabe insbesondere blinder und sehbehinderter Menschen. Wer will, schwingt sich aufs E-Bike und kann auf abgesperrten Rundkurs das Fahren ausprobieren. Auch die Mitglieder des seit neun Jahren bestehenden Bike Department Offenbach zeigen ihr Können. Downhill, BMX und Dirtbike sind ihre bevorzugten Fortbewegungsmittel, auf denen sie manche Kunststücke vollführen. Der von Andreas Schreiner geführte Verein hat am Schneckenberg zwar seine geduldete Heimat, dort aber nur begrenzte Möglichkeiten. Um den Sport in voller Bandbreite ausüben zu können, müssen die 80 Mitglieder im Alter zwischen 15 und 50 Jahren weit fahren.

Und müssen sich des Vorwurfs erwehren, sie würden Natur und Umwelt schädigen, bedauert Pressewart Sören Papenhausen. „Das geschieht aus Unkenntnis, daher wollen wir die Gelegenheit nutzen, über unser Hobby aufzuklären.“

Das Jedermann-Radrennen am Sonntag bietet Gelegenheit, Fitness und Ausdauer zu testen, ohne schlapp zu machen. Für den Fall der Fälle ist der Arbeiter-Samariter-Bund zur Stelle. Als echte Herausforderung erweist sich das vom RSC Bürgel ausgerichtete Mehrdisziplinen-Rennen, bei dem Radamateure aus drei Bundesländern auf die Strecke gehen. 88 Runden sind zu bewältigen, in der Summe etwa 40 Kilometer, einschließlich Punkte- und Zeitfahren. Nach einer Regenerationsphase treten die Aktiven erneut in die Pedale, um ein Ausscheidungsfahren um den Sieg zu bestreiten.

Dem Publikum wird unterdessen viel Musik geboten. Am Auftaktabend beklatschen etwa 500 Zuhörer die Barstool Kings aus Frankfurt. Lokalmatador Andy Sommer bricht eine Lanze für den Schlager, Jen N & Tom T-Dee haben Stücke von Neil Young und Bob Dylan im Repertoire. Passend zur tropischen Hitze setzt der gebürtige Peruaner René Moreno mit seiner Band Latin- und Reggae-Akzente. An Weinständen offerieren lokale Händler und Gastronomen erlesene Tropfen aus besten Lagen sowie weitere Gaumenfreuden, während die Jüngsten eine ganz andere Möglichkeit zur Erfrischung entdeckt haben – die unweit der Bühne aufgestellte Freiluftdusche.

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