Eine Woche voller Blumen

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Die Blumen sind stets griffbereit. Muss die Stadtpolizei eingreifen, wird’s weniger sonnig.

Offenbach - Es wird sie immer geben. Die Gedankenlosen, die Rücksichtslosen, die Bequemen, die Eiligen. Morgens das Kind ins Auto, zur Schule gefahren, nur schnell gehalten und „Tschüss“ gesagt. Von Martin Kuhn

Dass der Wagen im Halteverbot, auf Sperrflächen oder direkt am Zebrastreifen steht – upps, gar nicht bemerkt. „Der überwiegende Teil der Eltern verhält sich aber korrekt“, sagt Frank Weber. Sorgen bereiten schwarze Schafe, die man selbst mit guten Argumenten nicht erreicht. Daher konzentrierte sich der diesjährige städtische Präventionstag auf das Thema Verkehrssicherheit an Schulen – wieder einmal.

Der stellvertretende Ordnungsamtsleiter zieht nach einer Woche eine positive Bilanz. Obwohl: Für einige Eltern an Anne-Frank-, Lauterborn-, Humboldt-, Friedrich-Ebert- und Buchhügelschule ist die Sache noch nicht erledigt: Sie werden Post bekommen. Für 15 Fahrer gibt’s eine schriftliche Ermahnung, für 20 gab’s an Ort und Stelle eine mündliche Ermahnung. Diejenigen, die sich vorbildlich verhalten haben, freuten sich über Äpfel oder Sonnenblumen, die die Elternbeiräte verteilten. „Ein kleiner, anerkennender Dank“, sagt Frank Weber, der in dieser Angelegenheit eng mit den Schulen zusammenarbeitet.

Es ist ähnlich wie im Unterricht: Gelobt wird, wer’s besser macht. Das Amt wählte die fünf Grundschulen mit Bedacht aus. Die Kontrolle und Belehrung erfolgte durch die Stadtpolizisten dort, wo immer wieder Beschwerden laut werden. Die Lehrer sehen solche Aktionen positiv: „Durch die Schwerpunktkontrolle wurde das Engagement der Eltern einmal von offizieller Seite unterstützt und somit der Wichtigkeit Ausdruck verliehen.“ Dabei könnte das morgens und mittags alles weit weniger konflikt- und blechbeladen abgehen – im wahrsten Sinne. In Offenbach gebe es gute Voraussetzungen, damit die Buben und Mädchen in die jeweilige Schule laufen können. Weber listet auf: nahezu flächendeckend Tempo 30, Zebrastreifen, Ampelanlagen. Der (mit Eltern) eingeübte Schulweg mache zudem die Kinder fit für den übrigen Straßenverkehr: „Dafür müssen wir wohl noch etwas besser werben.“

An der Anne-Frank-Schule wurden eifrige Fußgänger bereits mit einem kleinen Stempelabdruck belohnt – bei den Kindern der Renner. Und in dieser Woche startet die Aktion „Zu Fuß zur Schule“. Nun überlegt das Kollegium, „ob wir etwas Nachhaltigeres finden“. Vielleicht hilft ja im Unterricht der Diskurs mit den Kindern: „Sie werden bestimmt bei nächster Gelegenheit ihre Eltern bei nicht eindeutigem Verhalten ansprechen“, heißt es aus einer anderen Schule.

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